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Philipp Hoelscher
Stellv. Leitung Analyse & Forschung
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin
Tel: +49. 30. 52 00 65 - 309
Philipp.Hoelscher@phineo.org
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Kriterien
Die Welt, in der Non-Profit-Organisationen gesellschaftliche Herausforderungen mit gemeinnützigen Projekten angehen, ist bunt, vielfältig und komplex. Eine Einschätzung von Leistungsfähigkeit und Wirkung gemeinnütziger Organisationen muss dieser Komplexität gerecht werden.
Daher hat PHINEO eine Analysemethode entwickelt, die die Vielfalt und die Zusammenhänge gemeinnütziger Arbeit erfassen kann. Die Methode ist von dem Verständnis geleitet, dass gemeinnütziges Handeln immer in seinem Kontext betrachtet werden muss, um verlässliche Einschätzungen vornehmen zu können. Der Kontext ist einerseits das Themenfeld, in dem Organisationen Projekte durchführen. Andererseits sind es die Strukturen der Organisation selbst, die entscheidenden Einfluss auf die Wirksamkeit von Projekten haben. Die PHINEO-Analyse schaut sich diese Kontexte an, um damit die Wirkungsmöglichkeiten der Projekte einschätzen zu können. Dabei baut die PHINEO-Analyse auf insgesamt neun Kriterien auf. Diese Kriterien orientieren sich am Stand der Wissenschaft zur Evaluation gemeinnütziger Aktivitäten und an den Wünschen und Erwartungen Sozialer Investoren. Drei dieser Kriterien zielen auf das Wirkungsumfeld des konkreten Projekts ab, sechs befassen sich mit der Organisation.
Die W-Kriterien
Die Projektkriterien (PHINEO nennt sie W-Kriterien – W wie Wirkung) geben Auskunft darüber, wie gut ein Förderprojekt aufgestellt ist.
Hier wird untersucht, was mit dem Projekt bei wem erreicht werden soll. Die Fragen der PHINEO-Analysten lauten hier u.a.: Wer ist die Zielgruppe und wie viele Menschen gehören zur Zielgruppe? Wie konkret können die Ziele benannt werden? Passen die Ziele zur Zielgruppe? Erscheint es plausibel, dass es den angenommen Bedarf bei der Zielgruppe auch gibt?
Hier geht es darum, mit welchen Handlungsansätzen das Projekt die Ziele erreichen will, und ob diese Handlungsansätze dem Stand der Forschung im jeweiligen Themenfeld entsprechen. Die Fragen der PHINEO-Analysten lauten hier u.a.: Wie erreicht das Projekt die Menschen, die es ansprechen will? Wie stark wird das Angebot nachgefragt? Wie fundiert ist das Konzept? Hat sich die Organisation damit beschäftigt, welche anderen Organisationen ähnliche Ziele haben und welche Projekte diese umsetzen? Welche Qualifikationen bringen die Mitarbeitenden im Projekt mit?
Hier wird analysiert, welche Erfolge das Projekt schon hatte und ob die gesetzten Ziele erreicht wurden. Außerdem geht es um die Lernkultur im Projekt. Die Fragen der PHINEO-Analysten sind hier u.a.: Welche Ergebnisse werden erzielt? Welche Belege gibt es dafür, dass das Projekt erfolgreich ist? Wie misst die Organisation den Erfolg? Wird regelmäßig überprüft und diskutiert, wie das Konzept verbessert werden kann?
Die O-Kriterien
Die Organisationskriterien (PHINEO nennt sie O-Kriterien – O wie Organisation) geben Auskunft darüber, wie gut die Organisation als Träger des Projekts insgesamt aufgestellt ist.
Hier wird geprüft, ob die Organisation weiß, wo sie hin will und eine genaue Vorstellung davon hat, wie sie dorthin kommen kann. Die Fragen der PHINEO-Analysten sind u.a.: Ist eine Strategie für die Organisation erkennbar und ist diese nachvollziehbar und realistisch? Setzt sich die Organisation mit ihren Stärken und Schwächen auseinander? Gibt es Hürden für das Erreichen der Ziele? Wie werden diese angegangen? Wie sieht die operative Planung für das kommende Jahr aus?
Hier wird analysiert, wie die Organisation gemanagt und geführt wird. Also: Wer macht was und wie gut macht er es? Die Fragen der PHINEO-Analysten sind u.a.: Wie werden Entscheidungen getroffen? Wie tauschen sich die Mitglieder des Leitungsgremiums aus? Wird das "Vier-Augen-Prinzip" gelebt oder hängt die Organisation stark von einer Person ab? Wie werden die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter gefördert und betreut?
Hier wird untersucht, ob und wie das Führungsteam der Organisation kontrolliert wird. Die Fragen der PHINEO-Analysten bei diesem Kriterium sind u.a.: Gibt es ein internes oder externes Aufsichtsgremium, das die Führung regelmäßig kontrolliert? Wie setzt sich das Gremium zusammen? Sind die Mitglieder der Aufsicht vom Leitungsteam unabhängig?
Geprüft wird, wie solide die Finanzgrundlage der Organisation ist, wie sie mit dem Geld umgeht und wie transparent sie dabei ist. Die Fragen der PHINEO-Analysten sind hier u.a.: Steht die Organisation auf wirtschaftlich stabilen Beinen? Werden Einnahmen und Ausgaben kontrolliert? Wie viele Einnahmequellen hat die Organisation? Wer ist verantwortlich für die Finanzen, die Rechnungslegung und für das Controlling?
Bei diesem Kriterium geht es um die langfristige Stabilität der Organisation. Es wird analysiert, woher das Geld kommt und wie das Geld eingeworben wird. Die Fragen der PHINEO-Analysten lauten u.a.: Welchen Mittelbedarf hat die Organisation für welche Planungen? Setzt sich die Organisation mit verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten auseinander? Gibt es einen konkreten Plan zur Spendengewinnung? Wählt sie Fundraising-Maßnahmen bewusst aus? Wie wird überprüft, welche Maßnahmen wirken? Wie werden Soziale Investoren betreut?
Nicht nur Gutes tun, sondern auch darüber sprechen - wie die Organisation das macht, wird ebenfalls untersucht. Die Fragen der PHINEO-Analysten sind hier u.a.: Vermittelt die Organisation transparent ihre Vision und ihre Projekte? Wie transparent werden die Finanzen und die Strukturen der Organisation dargestellt? Wer macht die Öffentlichkeitsarbeit? Helfen die Veröffentlichungen wie Flyer oder Website dabei, die Ziele zu erreichen?

