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Praxislerngruppen

CJD Berlin, Träger: Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e.V.

Auf einen Blick

Mehr als jede zehnte Schulstunde gefehlt, die Hälfte davon unentschuldigt: Praxislerngruppen machen Berliner SchülerInnen das Lernen in der Schule wieder schmackhaft.

Praxislerngruppen

Praxislerngruppen

Fehlzeiten abbauen, Lernwille aufbauen

Praxislerngruppen ermöglichen eine andere Art des Lernens – inhaltlich wie strukturell. Ziel ist es, Schuldistanzierte mit einem hohen Fehlzeitenkonto zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. An sieben Berliner Schulen, darunter die berühmte Rütli-Schule, sind zusätzlich zum regulären Schulbetrieb Extraklassen für die Teilnehmer eingerichtet worden. Die Praxislerngruppen sind offen für SchülerInnen der 9. Klasse. Sie sind ein schulisches Vollzeitangebot, das 16 SchülerInnen pro Klasse aufnehmen kann.

Der Praxisbezug ist hier der Schlüssel zum Lernen. Der Unterricht besteht aus praktischer Arbeit im gewählten Berufsfeld (wöchentlich 17 Stunden) und fachtheoretischem Unterricht (wöchentlich 16 Stunden), der sich am  Rahmenplan der Berliner Schulen orientiert.

Das Besondere: Für das Einpauken des Stoffs der 9. Klasse haben die Jugendlichen zwei Jahre Zeit. Als Berufsfelder können die Teilnehmer z. B. Gastronomie, Bürokommunikation, Handel, Metalltechnik und Kosmetik wählen.

Die entscheidende Stärke der Praxislerngruppen ist der spezifische, vor Ort einzigartige und auch bundesweit ungewöhnliche schulintegrative Ansatz. Indem sie eine Klassenform neben anderen darstellen, wird Ausgrenzung und Stigmatisierung vorgebeugt. Gleichzeitig wird durch die zweijährige Laufzeit der Klasse 9 dem zusätzlichen Förderbedarf Raum gegeben und Praxisnähe gewährleistet. Die Jugendlichen werden nach dem Abschluss mindestens ein halbes Jahr lang nachbetreut.

Das wirkt!

Die Praxislerngruppen sind nach einer Modellphase nun in der bestehenden Schullandschaft etabliert. Bis jetzt haben ca. 360 SchülerInnen teilgenommen. Anstatt zwölfmal kommen die SchülerInnen nur noch dreimal pro Schulhalbjahr zu spät, die unentschuldigt versäumten Einzelstunden verringerten sich von 33 auf zehn, der Schulnotenschnitt hat sich von mangelhaft auf 3,9 verbessert, die SchülerInnen sind zu einem überwältigenden Anteil hochzufrieden.

Die Praxislerngruppen weisen hervorragende Übergangsquoten auf: 46 Prozent der SchülerInnen konnten in Ausbildung oder Arbeit vermittelt werden, 31 Prozent in berufsvorbereitende Maßnahmen oder weiterführende Schulen.

76,5 Prozent der SchülerInnen gehen mit dem erfolgreichen Abschluss aus der Praxislerngruppe ins Berufsleben. Mit der starken Praxisorientierung wird gleichzeitig dem Mangel an beruflichen Schlüsselkompetenzen von Auszubildenden Rechnung getragen.

Die Praxislerngruppen zeigen, dass auch dicke Bretter erfolgreich gebohrt werden können. Existierende Schulstrukturen aufzubrechen und sie gleichzeitig effektiv und effizient zu nutzen, ist ein wegweisender Ansatz für die Begleitung unterstützungsbedürftiger Jugendlicher an der Schwelle von der Schule in den Beruf.

Unsere Bewertung

Wirkungspotential des Projekts

Wirkungspotential des Projekts

Leistungsfähigkeit der Organisation

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