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Philipp Hoelscher
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Transparent sein
Forderungen nach Transparenz haben in allen gesellschaftlichen Bereichen Hochkonjunktur. Die offene und freie Kommunikation von Informationen soll Vertrauen sicherstellen sowie Fehlentwicklungen erkennbar machen. Auch die zahlreichen gemeinnützigen Organisationen in Deutschland sehen sich seit einigen Jahren mit Forderungen nach mehr Transparenz konfrontiert.
Wie kann Wirkungstransparenz umgesetzt werden?
PHINEO unterstützt diese Forderungen, geht aber einen Schritt weiter und plädieren für mehr Wirkungstransparenz. Damit es für die Öffentlichkeit möglich wird, die Resultate gemeinnütziger Arbeit besser nachzuvollziehen, müssen Erkenntnisse über die gesellschaftliche Wirkung erfasst und publiziert werden.
Wir denken, dass gemeinnützige Organisationen ihre Wirkungen transparent darstellen sollten und dies auch sehr einfach und erfolgreich tun können, indem sie in Tätigkeitsberichten oder auf der Webseite vier Fragen beantworten:
- Was möchte die Organisation erreichen?
- Welche Aktivitäten führt sie durch?
- Welche Wirkung erzielt sie?
- Woher weiß sie, welche Resultate sie erzielt?
Der PHINEO-Leitfaden zur Wirkungsberichterstattung soll gemeinnützige Organisationen bei der Berichterstattung über ihre gesellschaftliche Wirkung unterstützen. Er zeigt wichtige Aspekte auf und hilft bei der Auswahl relevanter Informationen für die Homepage oder den Tätigkeitsbericht.
Diesen Leitfaden möchten wir kontinuierlich weiterentwickeln und setzen dafür auf Dialog. Fragen, Anregungen und konkrete Verbesserungs- vorschläge sind somit nicht nur herzlich willkommen, sondern ausdrücklich erwünscht.
Weitere Hilfestellungen bieten der Social Reporting Standard Leitfaden und die Berichtsvorlage sowie ein Blick auf andere Organisationen, die bereits gute Ansätze der Umsetzung vorweisen.
Gute Praxis
Beispiele aus der Praxis zeigen, was umgesetzt werden kann.
Beschreibung der Problemstellung am Beispiel von „Alzheimer Initiative Leipzig e.V.“
Bereits auf der Startseite beschreibt die „Alzheimer Initiative Leipzig e.V.“ die Größe sowie die Herausforderungen ihrer verschiedenen Zielgruppen:
„Heute leben ca. 1,2 Millionen an Demenz erkrankte Menschen in Deutschland. Fachleute gehen davon aus, dass es bis zum Jahr 2040 bereits zwei bis drei Millionen sein werden, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt. Demenzerkrankungen stellen damit ein gesamtgesellschaftliches Problem dar. Sie sind vor allem eine Herausforderung für die Betroffenen und ihre Familien. Mehr als zwei Drittel der Demenzkranken werden von ihren Angehörigen versorgt. Für viele der versorgungsabhängigen Demenzkranken sind sie die innig gewünschten, weil einzig verlässlichen, Begleiter.
Die Diagnose Demenz wirkt auf die Angehörigen wie ein Schock. Sie stehen plötzlich vor Problemen, auf die sie nicht vorbereitet sind. Einschneidende Maßnahmen für die Versorgungssicherheit des Kranken werden häufig begleitet von familiären Konflikten und dramatischen Auswirkungen auf die eigene Lebensplanung. Über Jahre stehen die Angehörigen bei zunehmender Hilflosigkeit des Demenzkranken in der Pflicht und sind dabei weitgehend auf sich allein gestellt. Die Angehörigen gelangen ohne Beratung und Begleitung mit der emotional belastenden und zeitaufwendigen Versorgung des Kranken schnell an die Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Belastbarkeit.“
Formulierung einer übergeordnete Zielsetzung am Beispiel von "ArbeiterKind".
Die Vision von ArbeiterKind.de ist es, dass Kinder unabhängig von ihrem Elternhaus über ihre Möglichkeiten informiert und im Schulsystem gleichbehandelt werden sowie nach einem hohen Bildungsabschluss streben und diesen ermutigt und unterstützt erreichen können.
Beschreibung der Aktivitäten am Beispiel von „Demenz Support Stuttgart“
Die Organisation „Demenz Support Stuttgart“ gliedert ihre Aktivitäten unter der Rubrik „Arbeitsfelder“ in die vier Teilbereiche „Teilhabe und Gesellschaft“, „Wohn- und Versorgungssettings“, „Interaktion mit allen Sinnen“ sowie „Menschen mit fortgeschrittener Demenz“. Ausrichtung und inhaltliche Leitfragen dieser Themencluster werden in Unterkategorien erläutert. Außerdem sind detaillierte Infos zu den zahlreichen Einzelprojekten verfügbar, die den vier Teilbereichen zugeordnet sind.
Beschreibung, wie die Aktivitäten zur Zielerreichung beitragen am Beispiel von "BUDDY-Projekt"
Den großen Einfluss, den Gleichaltrige auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen haben, macht sich die Peergroup-Education (PGE) zu Nutze. Sie bezieht die Problemlösungskompetenzen der „Peers“, also der gleichaltrigen Bezugspersonen, in den Erziehungsprozess mit ein. Im Zentrum von PGE steht das „Empowerment“, das heißt die Befähigung der Jugendlichen, als Experten für ihre eigenen Belange zu handeln. In den buddY-Praxisprojekten lernen Kinder und Jugendliche von Gleichaltrigen oder Schülern, die wenig älter sind als sie: Fünftklässler schauen sich beispielsweise von Paten aus der 9. Klasse Tipps und Tricks ab, um sich in der neuen Schule zurechtzufinden. Streithähne lernen von Pausen-BuddYs, ihre Konflikte auf dem Schulhof friedlich auszutragen. Und manchmal erklärt ein Gleichaltriger die Mathematikaufgabe viel besser als ein Lehrer. In diesem Lernprozess erwerben beide Seiten wichtige Kompetenzen wie Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit oder Perspektivenwechsel. Peergroup-Education vermag aber noch mehr: Sie bewirkt eine Haltungsänderung, da Kinder und Jugendliche lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen – in jeder Lebenslage.
Darstellung des Outputs
Im vergangenen Jahr haben wir
- 114 Workshops mit Schülern durchgeführt,
- dabei 500 Schüler erreicht (67% davon mit Migrationshintergrund),
- 42 neue Mentoren gewonnen,
- 12 Qualifizierungsseminare für unsere Mentoren durchgeführt und damit
- 9.456 Stunden ehrenamtliches Engagement mobilisiert.
Beschreibung des Outcomes am Beispiel von „Klasse 2000“
Bezüglich der Zielvariablen ergab sich folgendes Bild:
- Schülerinnen und Schüler der Interventionsgruppe sahen nach wie vor mehr Möglichkeiten, selbst etwas für ihre Gesundheit zu tun. Dieser Unterschied zwischen Interventions- und Kontrollgruppe war seit der Grundschule bestehen geblieben.
- Als eine konkrete Möglichkeit, gesund zu bleiben, nannten mehr Kinder der Interventionsgruppe den Bereich der Ernährung.
- Im Vergleich zur Kontrollgruppe hatte ein geringerer Prozentsatz der Kinder in der Interventionsgruppe schon einmal geraucht oder Alkohol getrunken.
- Ebenso war der Anteil an Kindern, die in dem Zeitraum zwischen der letzten Befragung Ende der 4. Klasse und der Nachbefragung Anfang der 6. Klasse mit dem Substanzkonsum begonnen hatten, in der Interventionsgruppe bedeutsam geringer als in der Kontrollgruppe.
- Schülerinnen und Schüler der Interventionsgruppe waren gegenüber Zigarettenangeboten von Freunden und Freundinnen weniger empfänglich.
- Schließlich schienen die Kinder in der Interventionsgruppe im Vergleich zu denen der Kontrollgruppe in einem geringeren Ausmaß dem Rauchen im Freundeskreis ausgesetzt zu sein: Laut ihren Angaben war das Rauchen und Trinken von Alkohol unter ihren Freundinnen und Freunden seltener verbreitet.
- Programmeffekte auf die Lebenskompetenzen konnten nicht belegt werden.


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