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Sonja Schäffler
Analyse & Forschung
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Charlotte Buttkus
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Vergessen? Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen
Demenz ist alltäglich. Ein öffentliches Bewusstsein dafür gibt es allerdings nicht. Dabei kann es sich die Gesellschaft nicht leisten einfach wegzusehen. Viele gemeinnützige Organisationen haben diesen Handlungsbedarf erkannt und setzen sich für mehr Lebensqualität der Betroffenen ein. PHINEO stellt im Themenreport „Vergessen? Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen“ die innovativen Konzepte gemeinnütziger Akteure vor und zeigt, wie Stifter, Spender und sozial engagierte Unternehmen dieses Engagement wirksam unterstützen können.
1,3 Millionen Menschen mit Demenz leben in Deutschland. Sie brauchen Unterstützung bei der Bewältigung kleiner und großer Alltäglichkeiten, wünschen sich Normalität und Teilhabe statt Stigmatisierung und Ausgrenzung, und müssen mit der Zeit mehr und mehr betreut und gepflegt werden. Doch Demenz ist ein gesellschaftlicher Riese und eine Versorgung aller Erkrankten in Pflegeheimen ist allein schon aus Kostengründen nicht möglich.
Ein zentraler Teil der Lösung ist die Stärkung familiärer und sozialer Netze. Zwei von drei Angehörigen werden heute in den eigenen vier Wänden betreut, meistens von ihren Angehörigen – dem größten Pflegedienst schlechthin. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird die Betreuungsarbeit und Unterstützung durch Familien, das Umfeld und engagierte Helfer in Zukunft noch bedeutender werden. Schätzungen gehen davon aus, dass 2050 doppelt so viele Menschen an Demenz erkrankt sein werden wie heute (Demenz-Report des Berlin-Instituts, 2011). Doch mit den sich verändernden sozialen Strukturen brechen auch die klassischen Familienmodelle auseinander. So kann man auf die Angehörigen als Versorgungsdienstleister nicht auf Dauer zählen.
Wie gemeinnützige Organisationen hier konkrete Hilfestellung für den Einzelnen leisten und sich für eine demenzfreundlichere Gesellschaft stark machen, zeigt der Themenreport „Vergessen? Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen“. Er erläutert die Bedürfnisse der Erkrankten – aber auch der pflegenden Angehörigen – und identifiziert Lösungsansätze für ein entspanntes Leben mit Demenz und mehr Lebensqualität und Wohlbefinden der Betroffenen. PHINEO empfiehlt bundesweit 13 herausragende Projekte gemeinnütziger Organisationen, die sich besonders wirksam für Menschen mit Demenz und deren Angehörige einsetzen.
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Susanne Ungnad
Kommunikation
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Ehrenamtliche Hilfe für mehr Lebensqualität
Da Menschen mit Demenz unterschiedliche persönliche Bedürfnisse haben und sich im Verlauf der Krankheit der Anspruch an die Begleitung, Pflege und medizinische Versorgung verändert, setzt die Zivilgesellschaft ihre Hebel an unterschiedlichen Punkten an. Gerade niedrigschwellige Unterstützungsangebote kommen direkt bei den Betroffenen an und können dort große Wirkung entfalten.
- Informieren und Beraten: Ob mit allgemeinen Informationsangeboten oder in einer persönlichen Beratung – gemeinnützige Organisationen geben hier Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen das notwendige Wissen und Know-how für die Organisation eines möglichst angenehmen Lebens mit der Krankheit an die Hand.
- Betreuen und Entlasten: Ehrenamtlich Engagierte und hauptamtliche Helfer springen hier punktuell ein und übernehmen die Betreuung der Menschen mit Demenz für einige Stunden. Die Erkrankten erfahren hier eine schöne Abwechslung im Alltag – und die Angehörigen gewinnen endlich wieder etwas Zeit für eigene Erledigungen und Interessen.
- Öffentliches Bewusstsein schaffen: Projekte in diesem Bereich wollen den Zusammenhalt in der Gemeinschaft stärken und einen gesellschaftlichen Rahmen für einen alltäglichen Umgang mit Menschen mit Demenz herstellen.
Simple Ideen mit großer Wirkung: Mit welchen innovativen Konzepten gemeinnützige Organisationen konkret die Herausforderungen bei der Unterstützung der Menschen mit Demenz angehen, zeigt der Themenreport ab Seite 16 (den Report finden Sie als pdf in der Downloadbox rechts).
Professionalisierung fördern: Was Soziale Investoren tun können
Obwohl in der Öffentlichkeit viel über Demenz geredet und in den Medien nur allzu oft ein Schreckgespenst kreiert wird, ist das Thema in den großen Spendengalas noch nicht angekommen. Soziale Investoren können mit ihrem Engagement deshalb hier sehr viel bewegen und große Wirkung erzielen. Die gemeinnützige Arbeit im Themenfeld Demenz steht an einer Professionalisierungsschwelle, für deren Überwindung strategische Investitionen notwendig sind. Eine gezielte Förderung kann darüber hinaus Angebotslücken schließen und das Feld in Zusammenarbeit mit den gemeinnützigen Organisationen nach vorne bringen:
- Angebote für spezielle Teilzielgruppen unterstützen
- In Methoden zur Qualitätsentwicklung investieren
- Außergewöhnliche Ideen fördern Aufklärung vorantreiben
Anregungen und Hilfestellungen dazu, wie aus einer Investitionsidee eine konkrete Förderung wird, erfahren Soziale Investoren im Themenreport ab Seite 28 (den Report finden Sie als pdf in der Downloadbox rechts).
Knackpunkt Wirkungsanalyse
Wer wirkungsorientiert investieren und fördern möchte, orientiert sich an der Qualität gemeinnütziger Arbeit. Wichtige Indikatoren für die Wirkung eines Projekts sind dabei vor allem im Bereich Demenz die generelle Zufriedenheit der Zielgruppe sowie Veränderungen, die im Leben der Betroffenen stattfinden: Wird die Lebensqualität gesteigert, wächst das Wohlbefinden der Menschen mit Demenz. Genau an diesem Punkt liegt jedoch die Schwierigkeit: Bei Menschen mit Demenz lassen sich aufgrund des fortschreitenden Verlusts der Artikulationsfähigkeit Faktoren wie Zufriedenheit und Wohlbefinden nur schwer über einen Fragebogen oder in einem Evaluationsgespräch abklopfen. Welche Möglichkeiten und Alternativen gemeinnützige Organisationen haben, um trotzdem die Wirksamkeit ihrer Projekte systematisch und verbindlich erfassen und auswerten zu können – und welche Kriterien Soziale Investoren zur Qualitätsüberprüfung eines Projekts heranziehen können: mehr lesen ab Seite 22 im Themenreport Demenz (den Report finden Sie als pdf in der Downloadbox rechts) sowie im PHINEO-Interview mit Petra Weritz-Hanf vom BMFSFJ.






