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Dr. Andreas Schmidt
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Mit seinem Wirken schließt PHINEO eine Lücke, indem gezeigt wird, wie und dass Integration konkret wirken kann.
Brücken bauen! Integration junger Migranten durch Bildung
Gesellschaft braucht Vielfalt. Doch obwohl in Deutschland fast jeder Fünfte einen Migrationshintergrund hat, ist diese belebende Vielfalt derzeit kaum spürbar. Die öffentliche Integrationsdebatte wird von Negativschlagzeilen dominiert. Dabei besteht großes Potenzial, wenn man am entscheidenden Hebel ansetzt.
Migration hat eine tief greifende Veränderung unserer Gesellschaft bewirkt. Vielfalt, Heterogenität und Multikulturalität sind Teil unserer Lebenswirklichkeit. Gleichzeitig belasten die Kosten unzureichender Integration Staat, Unternehmen und Gesamtwirtschaft.
Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und eine Chance! Dabei ist Bildung der Schlüssel zur Integration. Faire Bildungschancen - insbesondere für junge Menschen - entscheiden über gelungene Integration. Dieser Report zeigt den Handlungsbedarf ebenso wie praktische Lösungsansätze für eine erfolgreiche Integration durch Bildung auf. Beispielhafte Projekte geben Stiftern, Spendern und engagierten Unternehmen konkrete Hinweise, an welchen Hebelstellen eine Investition Gutes bewirkt. Viele modellhafte Bildungsprojekte zeigen, dass es möglich ist, trotz (und gerade wegen) verschiedenartigem ethnischen Hintergrund ein hohes Leistungsniveau und Chancengerechtigkeit zu erzielen.
Der Themenreport wurde mit der Förderung folgender Partner möglich: Deutschlandstiftung Integration, Haniel Stiftung, Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung und Vodafone Stiftung Deutschland.
Landkarte ausgezeichneter Projekte
PHINEO empfiehlt 17 Top-Integrationsprojekte
PHINEO hat 50 Integrationsprojekte in ganz Deutschland in einem mehrstufigen Analyseverfahren auf Herz und Nieren geprüft. 17 dieser Projekte haben besonderes Potenzial, nachhaltig in der Gesellschaft zu wirken und werden von PHINEO für ein finanzielles Engagement empfohlen.
Auszeichnung der Integrationsprojekte am 15. März in Berlin
Gemeinsam mit Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer hat PHINEO den Themenreport "Brücken bauen! Integration junger Migranten durch Bildung" in Berlin vorgestellt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Ehrung der 17 von PHINEO empfohlenen gemeinnützigen Organisationen, die wirkungsvolle Integrationsarbeit leisten.
PHINEO Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Rickert und Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer bei der Vorstellung des PHINEO-Integrationsreports am 15. März 2011 in Berlin.Nach den Negativdebatten der vergangenen Wochen will PHINEO mit dem Integrationsreport ein positives Zeichen setzen und zeigen, dass Integration in Deutschland möglich ist. Der jüngste PHINEO-Themenreport zeigt auf, wie wichtig dabei gute Bildungsangebote sind und stellt 17 beispielhafte Projekte im Feld vor. Die Auswahl soll insbesondere Sozialen Investoren verschiedene Möglichkeiten für die Förderung in diesem Bereich aufzeigen.
Bei der Ehrung betonte Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer: “Die heute ausgezeichneten Integrationsprojekte leisten einen wertvollen Beitrag für die Integration: Sie eröffnen jungen Migranten bessere Aufstiegschancen und stärken zugleich den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Zivilgesellschaftliches Engagement ist für ein gutes Miteinander in unserem Land unverzichtbar. Mit seinem Wirken schließt PHINEO eine Lücke, indem gezeigt wird, wie und dass Integration konkret wirken kann. Dieses Wissen ist nicht nur für potentielle Spender von großer Bedeutung. Die PHINEO-Empfehlung gibt den sozialen Einrichtungen die Anerkennung, die sie verdienen.“
Förderempfehlungen im Überblick – Welche Altersgruppe liegt Ihnen am Herzen?
PHINEO empfiehlt, die Fördermaßnahmen privaten Engagements zielgerichtet zu konzentrieren, und zwar vor allem auf die „Schnittstellen“ des Bildungswegs. Dies sind die Stellen, an denen die Weichen für die Bildungsbiographie gestellt werden. An diesen Stellen lohnt es sich, mit verstärkter Förderung den Kindern und Jugendlichen die jeweiligen Übergänge vom Kindergarten in die Schule, von der Grundschule in die weiterführende Schule und von der Schule in eine Ausbildung und schließlich in den Beruf zu erleichtern.
Wo setzen Födermaßnahmen an?
Fördermaßnahmen setzen gezielt im Vorschulalter an, im Elternhaus sowie in den Kitas und Kindergärten.
Förderansätze wirken zum Beispiel durch:
- Begeisterung der Kleinkinder für Bücher und Literatur durch Vorlesestunden des Lesewelt Berlin e.V., womit Lesefreude und Lesekompetenz weiterentwickelt werden können, oder
- Stärkung der Elternkompetenz (Erziehungs- und Bildungskompetenz) durch das Elternbildungsprogramm des HIPPY Deutschland e.V., oder
- Stärkung interkultureller Kompetenzen in Kitas und Kindergärten durch Fortbildung der Erzieher im Projekt KINDERWELTEN der Internationalen Akademie INA gGmbH, oder
- individuelle Begleitung der Kinder im Übergang zur Grundschule durch das Mentorenprojekt für Vorschulkinder der Schule für alle im Landkreis Gießen.
Wo setzen Födermaßnahmen an?
Durch gezielte Zusatzförderung in enger Abstimmung mit Schule und Klassenlehrer können Leistungsdefizite der Kinder wie Fehleinschätzungen der Lehrer vermieden werden.
Förderansätze wirken zum Beispiel durch:
- schulbegleitende Nachhilfe für Grundschulkinder im Dorfener Zentrum für Integration e.V. bzw. im Mädchentreff des MaDonna Mädchenkult.Ur e.V. oder
- intensiven (Sprach-)Förderunterricht im Übergang zur Sekundarstufe I im „Sprint“-Projekt des RAA Berlin e.V. bzw. im „DeutschSommer“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt a.M. oder
- individuelle Begleitung der Kinder im Übergang zur weiterführenden Schule durch Paten/Mentoren für Grundschüler im Förderverein Gemeinschaftshaus MORUS 14 e.V., im Balu und Du e.V., im Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart e.V. oder im Schule für alle im Landkreis Gießen e.V.
Wo setzen Födermaßnahmen an?
In den Schuljahren bis zur 10. Klasse werden die Grundlagen für eine spätere Berufswahl und Berufsausübung gelegt – ein guter Schulabschluss ist hierfür entscheidend. Fördermaßnahmen haben die Schulleistungen ebenso wie die Persönlichkeitsentwicklung im Fokus.
Förderansätze wirken zum Beispiel durch:
- Stärkung der Lernfähigkeiten für Jugendliche mit Lern- und Sprachschwierigkeiten durch die Sprint-Sprachförderung für die 5.-10. Klasse in der RAA Berlin oder die
- Stärkung der Potenziale und des Selbstbewusstseins von Schülern bis zur 10. Klasse durch Stipendien der START-Stiftung bzw. durch Mentorenbegleitung im Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart oder die
- Stärkung der Persönlichkeits- und Identitätsbildung durch die internationalen Jugendaustauschprogramme des AFS Interkulturelle Begegnungen oder durch kreative Theaterprojekte für junge Erwachsene im CJD Nienburg (Musical-Projekt Sputnike) und das Forumtheater inszene (Theater für Schüler der Klassen 8-10).
Wo setzen Födermaßnahmen an?
Der schwierige Übergang in den Beruf ist eine besonders beratungs- und betreuungsintensive Phase.
Förderansätze wirken zum Beispiel durch:
- Wirksame Fördermaßnahmen setzen daher auf eine Kombination von sozialpädagogischer Begleitung und organisatorischer Unterstützung bei der betrieblichen Berufsausbildung und Berufsausbildungsvorbereitung wie z.B. im „Atelier La Silhouette“ oder beim Verein zur beruflichen Förderung von Frauen e.V.
Wo setzen Födermaßnahmen an?
Das „klassische“ Vormittags-Schulsystems bedarf einer passgenauen Ergänzung im außerschulischen Bereich. Erfolgreiche Bildungsförderung bezieht daher das private Umfeld in die Förderkonzepte ein.
Förderansätze wirken zum Beispiel durch:
- Wirksam sind niedrigschwellige Angebote, die die Jugendlichen dort „abholen“, wo sie ihre Freizeit verbringen, und eine enge Verzahnung von schulischem Pflichtprogramm und freiwilligem Zusatzprogramm gewährleisten
- in Großstadtbrennpunkten wie z.B. in Berlin beim MaDonna Mädchenkult.Ur e.V., dem Förderverein Gemeinschaftshaus Morus 14 e.V. oder der RAA Berlin e.V. ebenso wie
- in ländlichen Strukturen wie z.B. im Dorfener Zentrum für Integration e.V.
"Bildung ist der wichtigste Hebel für das Gelingen von Integration."
Im Interview mit PHINEO sprach Peter Daetz über die Chancen und Herausforderungen interkultureller Bildungsarbeit.
Peter Daetz ist gebürtiger Hamburger. Der frühere Direktor der Siemens AG hat 17 Berufsjahre in Asien verbracht. 1998 gründete er mit seiner Frau die Daetz-Stiftung . Er wurde unter anderem mit dem „Deutschen Stifterpreis 2004“ durch den Bundesverband Deutscher Stiftungen für die Ausstellung „Kulturen der Welt – vermittelt über die Holzbildhauerkunst aus aller Welt“ ausgezeichnet.
Die Daetz-Stiftung hat ihren Sitz in der sächsischen Stadt Lichtenstein.












