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Fair handeln, fair ändern Umweltbildung für junge Menschen
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Sonja Schäffler

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„Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln.“

Herbert Spencer, engl. Philosoph (1820-1903)

Fair handeln, fair ändern! Umweltbildung für junge Menschen

Dem gemeinnützigen Engagement für die Umwelt sind kaum Grenzen gesetzt. Es ist facettenreich und berührt vielfältige Bereiche des alltäglichen Lebens.

Fair handeln, fair ändern! Umweltbildung für junge MenschenFair handeln, fair ändern!

Das Spektrum reicht von der Pflege eines Biotops bis zur Gründung einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Schülerfirma. Jugendliche, die im Rahmen nachhaltiger Umweltprojekte aktiv sind, erfahren dabei die Zusammenhänge zwischen der biologischen Vielfalt und den Bedürfnissen der Menschen. Dadurch sensibilisiert für eine ressourcenorientierte Zukunftsgestaltung, setzen sie sich in ihrem persönlichen Alltag bewusst für den Schutz der Umwelt ein. Soziale Investoren lernen in diesem Report beispielhaft gemeinnützige Organisationen kennen, deren Handlungsansätze für die Bildung in den Bereichen Natur- und Umweltschutz überzeugen. Der Report ist mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Bertelsmann Stiftung entstanden.

"In die Köpfe investieren"

PHINEO-Gutachter und Zukunftsforscher Professor de Haan spricht im Interview über die Bedeutung von Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Foto Professor de Haan (59J)Professor de Haan

„Es gibt Geschichtsunterricht, Kunstgeschichte, historische Romane im Deutschunterricht, die Geschichte der Physik und Chemie, aber es gibt kein Fach ‚Zukunft’. Was wir vermissen, ist eine Beschäftigung mit Fragen zur Zukunft der Gesellschaft.“ so Professor Gerhard de Haan, Leiter des Instituts für Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung an der Freien Universität Berlin, in seinem Gutachten zum PHINEO Themenreport „Fair handeln, fair ändern! Umweltbildung für junge Menschen“. PHINEO hat mit Professor de Haan über die Bedeutung von Bildung für nachhaltige Entwicklung gesprochen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung klingt kompliziert. Was verbirgt sich dahinter?
"Der Nachhaltigkeitsbegriff ist vielen sicher durch die Diskussionen über den Klimawandel oder Konsummuster bekannt. Die spannende Frage aber lautet, warum nachhaltige Entwicklung ein Bildungsthema ist. Ich denke, dass der reine Blick auf Technologie oder Wirtschaft nicht reicht. Wir brauchen einen mentalen Wandel, um die Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit gestalten zu können.   Was fesselt Sie persönlich am Thema? Ich habe mich schon früh mit Ökologie und Umweltthemen beschäftigt. In den Neunzigern bin ich dann zu der Nachhaltigkeit gekommen und habe mich damit beschäftigt, wie man Nachhaltigkeit in Bildungsprozessen umsetzen kann. Seitdem hat mich das Thema nicht mehr losgelassen."  

Warum lohnt es sich für Soziale Investoren, gerade Projekte der Umweltbildung finanziell zu unterstützen und nicht ein Projekt für Straßenkinder?
"Ich sehe Straßenkinderprojekte als eine Pflicht an, die auch unbedingt beibehalten werden sollten. Nach meinem Verständnis sind Soziale Investoren aber Menschen, die in die Zukunft schauen und da kommt die Nachhaltigkeit ins Spiel. Nicht nachhaltige Entwicklung ist nicht Zukunftsfähigkeit. Deshalb kommt es schon jetzt darauf an, in die Köpfe zu investieren. Und das passiert nicht von selbst. Konkret heißt das, über die Bildung zu gehen. Es gibt viele tolle und vorbildliche Projekte, sowohl von großen Konzernen als auch von kleinen Unternehmen, die über Wettbewerbe oder Schülerfirmen die Nachhaltigkeit unterstützen."  

PHINEO legt in den Analysen einen besonderen Focus auf die Wirkung von Projekten. Was hat die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung“ bisher bewirkt?
"Sicher ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung in vielen Bereichen nur ein Nischenthema. Auf der anderen Seite zeigen die 1800 Bewerbungen und 1000 Auszeichnungen als Dekade-Projekt ein stark wachsendes Interesse. Die Auszeichnungen sind aber nicht nur motivationsfördernd, sondern ermöglichen auch eine bessere Vernetzung und damit die schnellere Verbreitung guter Ideen. Das wirkt natürlich auch in der Öffentlichkeit." Anm. d. Redaktion: Die deutsche UNESCO-Kommission zeichnet Aktionen aus, die die Anliegen der weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen und Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln vermitteln.  

Was sehen Sie als Zukunftsforscher wenn Sie auf das Ende der UN-Dekade 2014 blicken?
Ich sehe dass die Veränderung des Bildungssystems einige wichtige Schritte nach vorne gemacht hat. So ist Bildung für nachhaltige Entwicklung mittlerweile zum Standard des schulischen Curriculums geworden. Auch in den Bildungsplänen im vorschulischen Bereich ist der Nachhaltigkeitsgedanke stark verankert. Etwas skeptisch bin ich noch was den Hochschulbereich anbelangt. Hier hat sich bislang nur wenig getan. Allerdings werden Universitäten künftig sicherlich stärker versuchen, sich mit dem Thema zu profilieren.  

Und was machen Sie nach Ablauf der UN Dekade 2014?
Auch nach 2014 werde ich mich weiter für die Bildung für nachhaltige Entwicklung engagieren. Spannend fände ich es zu erforschen, wann sich beispielsweise Technologien oder Lebensformen durchsetzen und  wann nicht, um daraus dann Strategien zu entwickeln, wie sich gute Ansätze in die Breite tragen lassen.  

Prof. Gerhard de Haan, 59, ist Zukunftsforscher an der FU Berlin und Vorsitzender des Nationalkomitees der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Was ist eigentlich Nachhaltige Entwicklung?

Der 1987 veröffentlichte Bericht der Weltkommission Umwelt und Entwicklung (sog. „Brundtland Kommission“) definiert Nachhaltigkeit als „Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“.

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Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat PHINEO bei der Erarbeitung des Themenreports unterstützt. Die DBU ist eine der größten Stiftungen in Europa und fördert innovative beispielhafte Projekte zum Umweltschutz.

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