Berufsorientierung für Flüchtlingsfrauen

Das Pro­jekt wurde mit dem Wirkt-Siegel prämiert: Jan­u­ar 2016

Der Kur­dis­tan Kul­tur- und Hil­fsvere­in begleit­et Flüchtlings­frauen zehn Monate lang dabei, eine eigene Beruf­sper­spek­tive zu entwickeln.

Zehn Monate lang arbeit­en 25 Flüchtlings­frauen an ein­er eige­nen Beruf­sper­spek­tive in Deutsch­land. Dazu verbessern sie zunächst inten­siv ihre Deutschken­nt­nisse. Dann ste­ht beru­flich­es Wis­sen zu Pflege­berufen und Gas­tronomie auf dem Plan, dazu Grund­la­ge­nun­ter­richt in Math­e­matik und Sozialkunde, Englisch und PC-Prax­is. Für Prax­is­bezug sor­gen Bewer­bungstrain­ings und gemein­same Exkur­sio­nen zu Bil­dungsmessen und Berufs­ber­atun­gen. Am Ende fol­gt ein Prak­tikum, in dem die Frauen den prak­tis­chen Arbeit­sall­t­ag kennenlernen.

Par­al­lel zur Maß­nahme wer­den sie psy­chosozial betreut, um den Lern­er­folg zu sich­ern. Für Schwierigkeit­en mit Job­cen­ter oder Aus­län­der­be­hörde ste­ht eine Anwältin bere­it, bei häus­lich­er Gewalt oder Woh­nung­sprob­le­men hil­ft die Sozialar­bei­t­erin. Kinder­be­treu­ung während der Unter­richt­szeit­en löst ein weit­eres Problem.

Die Frauen kom­men aus unter­schiedlichen Län­dern, ihr Aufen­thaltssta­tus und ihre Vorken­nt­nisse unter­schei­den sich. Ihr Ziel der beru­flichen Ori­en­tierung haben sie dage­gen gemein­sam – sie arbeit­en darauf hin, dass der Arbeits­markt für sie in Reich­weite kommt. Für manche Frauen ergeben sich par­al­lel zu dem Kurs auch pri­vate Umbrüche durch Kon­flik­te mit tra­di­tionellen Rol­len­mustern. Der Fokus auf die eigene Entwick­lung bringt viele Dinge in Bewegung.

Ein erster Erfolg ist es, wenn sich die Frauen über eth­nis­che Gren­zen hin­weg anfre­un­den und miteinan­der Deutsch sprechen. Die sozialpäd­a­gogis­che Betreu­ung hil­ft, Erfol­gs­brem­sen beispiel­sweise im famil­iären Umfeld zu beseit­i­gen. Vor allem jedoch erar­beit­en sich Frauen, die vorher kaum Zugang zum deutschen Arbeits­markt hat­ten, eine indi­vidu­elle Beruf­sper­spek­tive und damit eine eigene Zukun­ft. Sie wis­sen im Anschluss, ob sie einen weit­er­führen­den Deutschkurs bele­gen, eine Anschlus­saus­bil­dung machen oder sich um Arbeit bewer­ben wollen.

Par­al­lel zu den beru­flichen Aus­sicht­en steigt bei Gedulde­ten die Chance auf eine befris­tete Aufen­thalts­genehmi­gung. Die Aus­sicht, mit eigen­er Arbeit Geld zu ver­di­enen, lässt Unab­hängigkeit und Selb­st­wert­ge­fühl wach­sen, der Abstand zu patri­ar­chalen Rol­len­mustern nimmt zu. Das zeigt sich, wenn Frauen, die zur Anmel­dung noch von ihrem Mann begleit­et wur­den, am Ende allein zu Bewer­bungs­ge­sprächen gehen und damit auch für weit­ere Frauen in ihrer Umge­bung ein Beispiel setzen.

Diese Daten nicht mehr aktuell.
Das Projekt wurde bereits vor längerer Zeit ausgezeichnet, daher sind einige Angaben nicht mehr aktuell. Das Wirkt-Siegel gilt aber weiterhin. Bei Fragen kontaktieren Sie uns gern!

Themenbereiche

  • Flucht & Integration

Zielgruppe

  • Flüchtlinge & Migrant*innen

Standort

  • Berlin

Reichweite

  • Regional