TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V.

Connect

Das Projekt wurde mit dem Wirkt-Siegel prämiert: Juli 2018

Ehrenamtliche Patinnen unterstützen geflüchtete Frauen bei ihrem Ankommen in Berlin. Auf Basis eines belastbaren Vertrauensverhältnisses besprechen sie von Frau zu Frau auch geschlechtsspezifische Herausforderungen und versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden.

Alleinstehende geflüchtete Mädchen und Frauen, die in Deutschland Schutz suchen, haben im Herkunftsland oder auf der Flucht häufig traumatische Gewalt erlebt – schlicht, weil sie Frauen sind. Diese Gewalterfahrung belastet sie auch nach ihrer Ankunft in Deutschland weiter. Ihr Ankommen in Deutschland wird darüber hinaus erschwert, da viele geflüchtete Frauen weder lesen noch schreiben können. Viele von ihnen stammen aus Ländern, in denen Mädchen der Zugang zu Bildung verwehrt blieb.

Im Berliner Projekt CONNECT – Empowerment für geflüchtete Frauen der Organisation TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e. V. sollen in den nächsten drei Jahren ca. 100 ehrenamtliche Patinnen 80-120 geflüchtete Frauen bei ihrem Ankommen in Deutschland begleiten. Die Patinnen stehen den Frauen bei Behördengängen, bei der Wohnungssuche oder auch beim Knüpfen sozialer Kontakte zur Seite. Damit dies gut gelingt, werden die Patinnen zuvor geschult. Außerdem wird darauf geachtet, dass das Tandem zwischen geflüchteter Frau und Patin persönlich und fachlich harmoniert. Ziel des Patinnenprogramms ist es, dass geflüchtete Frauen ein selbstbestimmtes und freies Leben in Deutschland führen können. Idealerweise werden die geflüchteten Frauen im Anschluss an ihre Patenschaft selbst zu Patinnen im Projekt.

Das CONNECT-Team steht sowohl Patinnen als auch Geflüchteten zur Seite: Es fungiert als Anlaufstelle und organisiert regelmäßige Austauschtreffen. Alle drei Monate organisiert TERRE DES FEMMES ein Treffen der Patinnen untereinander; halbjährlich gibt es Vernetzungstreffen für alle Tandems.

Die Patinnen berichten, dass sie sich infolge der Schulung besser im Themenkomplex „Flucht und Frauen“ auskennen, weniger Sorge vor sprachlichen und kulturellen Barrieren haben und sich insgesamt gut bis sehr gut auf die Patenschaft vorbereitet fühlen. Patinnen, die bereits im Projekt tätig sind, erzählen stolz von den inzwischen sehr selbstständigen geflüchteten Frauen. Dort, wo es anfangs noch keine gemeinsame Sprache gab, werden Gespräche über Scheidung oder auch Politik mittlerweile wie selbstverständlich auf Deutsch geführt: „Du musst mir einen Termin machen bei Angela Merkel. Sie hat nicht verstanden, wie die Situation in Afghanistan ist,“ wird die Teilnehmerin Shafika zitiert.

Wirkt! geprüft & empfohlen

Themenbereiche

  • Flucht & Integration
  • Bildung & Qualifizierung
  • Patenprogramme

Zielgruppe

  • Flüchtlinge & Migrant*innen
  • Mädchen & Frauen

Standort

  • Berlin

Reichweite

  • Regional