SommerMedienSprachCamp

Das Pro­jekt wurde mit dem Wirkt-Siegel prämiert: Jan­u­ar 2016

Den Umgang mit Medi­en ler­nen, eigene Filme pro­duzieren und dabei ganz neben­bei Sprachken­nt­nisse verbessern – im Som­mer­Me­di­en­Sprach­Camp bauen Jugendliche mit und ohne Migra­tionsh­in­ter­grund ihre Hem­mungen im Umgang mit Sprache ab.

In ein­wöchi­gen Som­mer­camps arbeit­en junge Geflüchtete gemein­sam mit Jugendlichen ohne Fluchthin­ter­grund an eige­nen Kurz­fil­men und Pod­casts. Umgeben von der weit­en Land­schaft der Unterelbe fällt es den Teil­nehmenden nicht schw­er, ihren All­t­ag hin­ter sich lassen und sich ganz auf ihre kreative Arbeit zu konzentrieren.

Ihre The­men wählen sie selb­st: Es geht beispiel­sweise um Liebe, um Iden­tität oder auch um Flucht­geschicht­en. Während die Jugendlichen Schritt für Schritt die Beiträge gestal­ten und sich über die Arbeit und ihre Erfahrun­gen aus­tauschen, ergeben sich laufend Gele­gen­heit­en zum Deutschsprechen. Dadurch eignen sich die Teil­nehmenden ganz ungezwun­gen prak­tis­che Sprach­fer­tigkeit an, den wichtig­sten Schlüs­sel zu gesellschaftlich­er Teilhabe.

Während geflüchtete Kinder Deutsch in der Schule ler­nen, sind Sprach­lern­möglichkeit­en für ältere Flüchtlinge rar gesät, häu­fig teuer und oft auch wenig attrak­tiv. Die Camps für etwa 25 Flüchtlinge sowie vier bis sechs Jugendliche ohne Fluchthin­ter­grund bieten einen alter­na­tiv­en Ein­stieg in das aktive Deutschsprechen. Sie wer­den seit 2012 jährlich ver­anstal­tet und von vier Sozial- und Medienpädagog*innen betreut.

Das Som­mer­Me­di­en­Sprach­Camp baut sehr effek­tiv Hem­mungen im Umgang mit der frem­den Sprache ab. Das zeigt sich, wenn Teil­nehmende anschließend bei Face­book in Deutsch posten. Eine wichtige Bestärkung liefert die pos­i­tive Erfahrung, dass die eige­nen Aus­drucksmöglichkeit­en oft schon viel umfan­gre­ich­er sind als gedacht.

Die selb­st gestal­teten Medi­en geben den Jugendlichen eine eigene Stimme: Sie kön­nen ihre Sichtweise und Erleb­nisse etwa zu Migra­tion und All­t­agsras­sis­mus selb­st­bes­timmt aus­drück­en und erfahren so Wertschätzung und das Gefühl, wahrgenom­men zu wer­den. Diese neuge­wonnene Kom­pe­tenz zur Pro­duk­tion eigen­er Medi­en­in­halte geben manche von ihnen anschließend aktiv weit­er – ein Rol­len­wech­sel vom Ler­nen zum Lehren.

Manche Flüchtlinge erleben hier den ersten echt­en Aus­tausch mit jun­gen Men­schen ohne Migra­tionsh­in­ter­grund. Der Kon­takt hält oft über das Camp hin­aus an, etwa in Form von Sprach­lern­tandems. Ein weit­er­er Impuls für mehr Inte­gra­tion: Junge Flüchtlinge, die am Som­mer­Me­di­en­Sprach­Camp teilgenom­men haben, suchen und find­en oft Anschluss an andere Organ­i­sa­tio­nen und Projekte.

Diese Daten nicht mehr aktuell.
Das Projekt wurde bereits vor längerer Zeit ausgezeichnet, daher sind einige Angaben nicht mehr aktuell. Das Wirkt-Siegel gilt aber weiterhin. Bei Fragen kontaktieren Sie uns gern!

Themenbereiche

  • Flucht & Integration
  • Inklusion & Teilhabe

Zielgruppe

  • Flüchtlinge & Migrant*innen

Standort

  • Niedersachsen

Reichweite

  • Regional