Unternehmensengagement: Warum sich Corporate Volunteering für Unternehmen lohnt

Corporate Volunteering, zu Deutsch: Mitarbeiterengagement oder Unternehmensengagement, wird im Zuge der Corona-Krise auch von der breiten Öffentlichkeit stärker wahrgenommen. Allerorten packen Belegschaften während ihrer Arbeitszeit mit an, um soziale Notlagen abzumildern. Diese Form des Engagements leistet nicht nur einen positiven Beitrag für die Gesellschaft, sondern auch für die Unternehmen selbst.

Wenn über ein gut strukturiertes Unternehmensengagement nachgedacht wird, geht das häufig einher mit hehren Vorstellungen über die weitreichenden sozialen Wirkungen, die dieses Engagement entfalten soll. So richtig und wichtig der gesellschaftspolitische Ansatz ist, ist es allerdings ebenso legitim wie notwendig, Corporate Volunteering unter Businessaspekten zu betrachten – sofern die beabsichtigten sozialen Wirkungen weiterhin eine Rolle spielen.

Oder anders: In Mehrwerten zu denken ist angemessen und sinnvoll, solange sich ebendiese Mehrwerte für Unternehmen und Gesellschaft gleichermaßen ergeben.

Aus zahlreichen Studien ist bekannt, welche Vorteile ein strategisch verankertes CV für Unternehmen haben kann. Im Kern sprechen vor allem fünf Argumente für Corporate Volunteering:

1. Corporate Volunteering ist gut für's Geschäft

Dies vor allem aus vier Gründen:

  • Mitarbeiter*innen, die sich in ihrer Arbeitszeit gesellschaftlich engagieren, werden auch als Repräsentanten des Unternehmens wahrgenommen, in Abhängigkeit der Art ihrer Entsendung natürlich mehr oder minder stark. Wenn Mitarbeiter*innen eines IT-Unternehmens einer NGO ehrenamtlich bei der Digitalisierung helfen, so wird dieses Engagement unmittelbar positiv mit dem IT-Unternehmen selbst verbunden. In diesem Sinne fungieren engagierte Mitarbeiter*innen auch als Multiplikator*innen des Unternehmensimages. Werden die Mitarbeiter*innen von Dritten als engagiert, kompetent und nahbar erlebt, repräsentieren sie nicht nur das mühsam durch Marketingmaßnahmen aufgebaute Image, sondern prägen es in besonderen Maße.
  • Gemeinnützige Organisationen, die öffentlich Stellung beziehen und sich für die Lösung eines Problems in der Region einsetzen, besitzen häufig eine hohe Glaubwürdigkeit. Unternehmen, die solche Organisationen unterstützen, profitieren durch dieses positive Image der Organisation (und die damit verbundene positive Wahrnehmung ihrer Marke), am Standort selbst und darüber hinaus. Aber Achtung: Das Pendel kann auch in die andere Richtung ausschlagen. Reputationsrisiken können entstehen, wenn sich die geförderte Organisation in Themenfeldern engagiert, in denen große Kontroversen toben oder in denen sie Anfeindungen ausgesetzt ist.
  • Kund*innen hinterfragen zunehmend das von vielen Unternehmen mantrahaft vorgetragene Credo aus Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Ein gut umgesetztes und mit gesellschaftlichen Zielen hinterlegtes CV unterfüttert das Engagement mit konkreten Ergebnissen und Fakten.
  • Nicht zuletzt: Freiwilligenprogramme für Mitarbeiter*innen erhöhen deren berufliches Engagement. Aus Studien ist bekannt, dass entsandte Mitarbeiter*innen produktiver sind und nachweislich stärker zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen.

2. Sozial engagierte Mitarbeiter*innen arbeiten motivierter

Fakt ist: Gut zwei Drittel der Beschäftigten bringen sich in ihren Unternehmen mangelhaft oder gar nicht ein. Auch in dieser Hinsicht kann Corporate Volunteering viel bewirken, denn ein Engagement für die gute Sache hebt die Arbeitsmotivation spürbar: So bestätigen etwa 9 von 10 Mitarbeiter*innen US-amerikanischer Unternehmen, dass Unternehmen, die sich gesellschaftlich engagieren, ein besseres Arbeitsumfeld bieten als Unternehmen, die dies nicht tun.

Mitarbeiter*innen erleben im Rahmen von Non-Profit-Tätigkeiten häufig eine sinnstiftende Abwechslung, die einher geht mit Selbstwirksamkeit und Zufriedenheit (die, Befunden zufolge, zumindest partiell auch in den Arbeitsalltag transferiert werden).

3. Höhere Mitarbeiterbindung und -gewinnung

Corporate Volunteering steigert die Identifikation und Bindung mit dem Arbeitgeber. Freiwilligenprogramme lassen Mitarbeiter*innen unmittelbar spüren, dass ihre Arbeit nicht nur zum Gesamterfolg des Unternehmens beiträgt, sondern auch einem für sie wichtigen sozialen Zweck dient. Dieses Gefühl der Sinnhaftigkeit – der Purpose – geht häufig einher mit einer erhöhten Produktivität sowie einer verbesserten Arbeitsmoral. Beide Aspekte führen auch dazu, dass Mitarbeiter*innen seltener kündigen.

Zugleich steigert Corporate Vokunteering die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber*in. Gute Bezahlung und überdurchschnittliche Sozialleistungen sind nicht die einzigen Aspekte, die ein Unternehmen attraktiv erscheinen lassen. So erklären knapp zwei Drittel der Millennials, ein Jobangebot auszuschlagen, wenn der potenzieller Arbeitgeber kein gesellschaftliches Engagement vorzuweisen hat. Im Umkehrschluss heißt das: ein sichtbares und glaubwürdiges gesellschaftliches Engagement kann im Ringen um Arbeitskräfte den entscheidenden Mehrwert darstellen.

4. Mitarbeiter*innen erlernen neue Kompetenzen

Strategisch aufgesetzte Corporate-Volunteering-Aktivitäten tragen nachweislich dazu bei, dass Mitarbeitende ihre Kommunikations- und Problemlösungskompetenzen steigern. Das betrifft nicht nur hochqualifizierte Mitarbeiter*innen, die ohnehin immer daran interessiert sind, abseits ihrer täglichen Routine neue Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben, sondern auch alle anderen Mitarbeiter*innen, die während des gemeinsamen Miteinanders beispielsweise lernen, Teams zu führen und sich untereinander (und abteilungsübergreifend) zu vernetzen.

Im Übrigen gehört es zum Wesen von Corporate Volunteering, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur aufeinander treffen und dabei in einen Austausch geraten. Insofern befeuern solche betrieblichen Maßnahmen auch Diversität und Unterschiedlichkeit.

5. Corporate Volunteering fördert die Unternehmenskultur und den Teamzusammenhalt

Zwar verbringen über 90 Prozent der Berufstätigen mindestens 30 Wochenstunden mit Kolleg*innen – doch nur die Wenigsten wissen wirklich, mit wem sie genau sie da eigentlich so viel Lebenszeit teilen.

Ein gemeinsames Corporate-Volunteering-Event bietet eine wunderbare Gelegenheit, dass sich die Belegschaft untereinander kennenlernt. Dies umso mehr, als es im Berufsalltag häufig nur selten Raum dafür gibt, positive Beziehungen untereinander aufzubauen. Die Freiwilligenarbeit bietet die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Gemeinsamkeiten zu entdecken – was wiederum Teamzusammenhalt und -Kommunikation verbessert und letztlich auch zu einer positiven Unternehmenskultur beiträgt.

Fazit

Investitionen in ein strategisches Corporate Volunteering lohnen sich – für die Gesellschaft und für das Unternehmen gleichermaßen. Unternehmens erzielen Reputationsgewinne und Mitarbeiter*innen arbeiten motivierter, fühlen sich dem Unternehmen zugehöriger und erwerben neue Kompetenzen.

So schön das klingt, bleibt eines doch ganz wesentlich: Diese Wirkungen treten nur dann ein, wenn das Engagement ehrlich gemeint ist und die sozialen Aspekte im Vordergrund stehen.

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Juliane Hagedorn

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