Pro­ject Case: Ber­li­ner Entwicklungsdialoge

Vie­le Daten, weni­ge Steue­rungs­im­pul­se: Ber­lin ent­wi­ckelt sein Moni­to­ring weiter

Wie las­sen sich die Rah­men­be­din­gun­gen für Geflüch­te­te in Ber­lin ver­bes­sern? Dazu braucht die Ver­wal­tung ver­läss­li­che Daten. Doch Daten allein zei­gen noch nicht, was zu tun ist. 

Das Ber­li­ner Gesamt­kon­zept zur Inte­gra­ti­on und Par­ti­zi­pa­ti­on Geflüch­te­ter ver­füg­te über ein umfang­rei­ches Moni­to­ring. Für kon­kre­te Ent­schei­dun­gen und die gemein­sa­me Steue­rung lie­fer­te es jedoch nur weni­ge Impul­se. Gemein­sam mit den Mit­ar­bei­ten­den der Beauf­trag­ten des Ber­li­ner Senats für Par­ti­zi­pa­ti­on, Inte­gra­ti­on und Migra­ti­on ent­wi­ckel­te PHI­NEO Public des­halb ein neu­es For­mat: die Ent­wick­lungs­dia­lo­ge. Ent­wick­lungs­dia­lo­ge sind mode­rier­te Prä­senz­for­ma­te, in denen die Teil­neh­men­de Daten gemein­sam aus­wer­ten und dar­aus Hand­lungs­be­dar­fe ableiten.

Das Pro­jekt auf einen Blick

  • Auf­trag­ge­be­rin: Ber­li­ner Senats­ver­wal­tung für Arbeit, Sozia­les, Gleich­stel­lung, Inte­gra­ti­on, Viel­falt und Anti­dis­kri­mi­nie­rung, die Beauf­trag­te des Ber­li­ner Senats für Par­ti­zi­pa­ti­on, Inte­gra­ti­on und Migration 
  • Ver­wal­tungs­ebe­ne: Land Ber­lin unter Ein­bin­dung der Bezirke 
  • Bei­trag von PHI­NEO Public: Eva­lua­ti­on, Kon­zep­ti­on, Vor­be­rei­tung und Umset­zung inkl. Moderation
  • For­mat: fünf Ent­wick­lungs­dia­lo­ge in Prä­senz mit jeweils 30 bis 45 Teilnehmenden 
  • Betei­lig­te Berei­che: Senats­ver­wal­tun­gen, Bezir­ke, Zivil­ge­sell­schaft, Wis­sen­schaft und Wirtschaft 
  • Zeit­raum: 2024 bis 2025

Die Aus­gangs­la­ge: Vie­le Daten, weni­ge Steuerungsimpulse

Das Ber­li­ner Gesamt­kon­zept zur Inte­gra­ti­on und Par­ti­zi­pa­ti­on Geflüch­te­ter wird durch ein Fach­mo­ni­to­ring beglei­tet. PHI­NEO Public wur­de damit beauf­tragt, die­ses Moni­to­ring zu eva­lu­ie­ren. Unser Fazit: Das Moni­to­ring war zwar umfang­reich. Den betei­lig­ten Fach­ver­wal­tun­gen bot es jedoch nur weni­ge kon­kre­te Impul­se für gemein­sa­me Ent­schei­dun­gen und die wei­te­re Steue­rung. Wir emp­fah­len, vor­han­de­ne Daten gemein­sam mit Fach­wis­sen und Erfah­run­gen aus der Pra­xis aus­zu­wer­ten. Dar­aus ent­stand die Idee der Entwicklungsdialoge.

Die Idee: Daten gemein­sam auswerten

Die Ent­wick­lungs­dia­lo­ge brach­ten Per­so­nen aus ver­schie­de­nen Res­sorts, Ver­wal­tungs­ebe­nen und gesell­schaft­li­chen Berei­chen an einen Tisch. Jeweils 30 bis 45 Vertreter*innen aus Senats­ver­wal­tun­gen, Bezir­ken, Zivil­ge­sell­schaft, Wis­sen­schaft und Wirt­schaft nah­men an den Work­shops teil. In struk­tu­rier­ten Arbeits­pha­sen arbei­te­ten sie mit drei Wis­sens­quel­len: Daten aus dem Fach­mo­ni­to­ring, fach­li­chen Ein­schät­zun­gen und Erfah­run­gen aus der täg­li­chen Praxis.

Dabei betrach­te­ten die Teil­neh­men­den nicht nur ein­zel­ne Maß­nah­men. Sie rich­te­ten den Blick auf die ange­streb­ten Ver­än­de­run­gen und fragten:

  • Wo besteht aktu­ell gemein­sa­mer Handlungsbedarf?

  • Wel­che Ent­wick­lun­gen müs­sen wir früh­zei­tig berücksichtigen?

  • Wel­che Akteur*innen müs­sen dafür zusammenarbeiten?

  • Wel­che nächs­ten Schrit­te las­sen sich aus den Erkennt­nis­sen ableiten?

Die Umset­zung:

  1. Daten und The­men sich­ten: Gemein­sam mit der Auf­trag­ge­be­rin wer­te­ten wir vor­han­de­ne Daten und Infor­ma­tio­nen aus. So wur­den The­men sicht­bar, die für die wei­te­re Ent­wick­lung des Gesamt­kon­zepts rele­vant sind.
  2. Schwer­punk­te abstim­men: Die Betei­lig­ten dis­ku­tier­ten mög­li­che The­men zunächst in einer klei­ne­ren Run­de. Dadurch erhiel­ten die Dia­lo­ge einen kla­ren Fokus und grif­fen Fra­gen auf, die meh­re­re Berei­che betreffen.
  3. Per­spek­ti­ven zusam­men­brin­gen: Im Ent­wick­lungs­dia­log tra­fen unter­schied­li­che Erfah­run­gen und Zustän­dig­kei­ten auf­ein­an­der. Die Teil­neh­men­den ord­ne­ten die Daten gemein­sam ein und ergänz­ten feh­len­de Perspektiven.
  4. Hand­lungs­be­dar­fe ablei­ten: In mode­rier­ten Arbeits­pha­sen erar­bei­te­ten die Teil­neh­men­den kon­kre­te Hand­lungs­be­dar­fe und mög­li­che Lösungsansätze.
  5. Ergeb­nis­se wei­ter­be­ar­bei­ten: Die zustän­di­gen Fach­ver­wal­tun­gen grif­fen die Ergeb­nis­se auf. Anschlie­ßend wur­den sie dem Len­kungs­gre­mi­um des Gesamt­kon­zepts vorgelegt.

2024 und 2025 fan­den ins­ge­samt fünf Ent­wick­lungs­dia­lo­ge statt mit fol­gen­den the­ma­ti­schen Schwerpunkten: 

  • Teil­ha­be geflüch­te­ter Men­schen vor Ort 

  • Gestal­tung des Ankom­mens­pro­zes­ses ins­be­son­de­re mit Blick auf die Gesundheitsversorgung

  • Ein­stieg in Arbeit und beruf­li­che Bildung 

  • Beson­de­re Bedar­fe vul­nerabler Grup­pen im Sozialraum 

  • Jun­ge Geflüch­te­te, ihre Unter­brin­gung sowie der Zugang zu Bil­dung und Beruf

Feed­back einer Teil­neh­me­rin aus der Bezirksverwaltung

Herz­li­chen Dank für die äußerst gelun­ge­ne Ver­an­stal­tung des Ent­wick­lungs­dia­logs. Es war eine wirk­lich wert­vol­le Erfah­rung und wir haben sowohl fach­lich als auch per­sön­lich viel dar­aus mit­ge­nom­men. Beson­ders die span­nen­de Dis­kus­si­on und der Aus­tausch mit den ande­ren Teil­neh­men­den waren sehr bereichernd.

Was aus den Ent­wick­lungs­dia­lo­gen entstand

Die Ent­wick­lungs­dia­lo­ge ergänz­ten das Fach­mo­ni­to­ring um einen gemein­sa­men Aus­wer­tungs- und Arbeits­pro­zess. Daten dien­ten damit nicht nur dem Nach­weis von Akti­vi­tä­ten. Sie wur­den zum Aus­gangs­punkt für fach­li­che Dis­kus­sio­nen, gemein­sa­me Ein­schät­zun­gen und kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen. Die Dia­lo­ge tru­gen dazu bei,

  • Daten aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven einzuordnen,
  • aktu­el­le und künf­ti­ge Her­aus­for­de­run­gen zu erkennen,
  • Wis­sen aus Ver­wal­tung und Pra­xis zusammenzuführen,
  • Zustän­dig­kei­ten und gemein­sa­me Auf­ga­ben sicht­bar zu machen und
  • Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für die wei­te­re Arbeit abzuleiten.

Die Fach­ver­wal­tun­gen bear­bei­te­ten die Ergeb­nis­se wei­ter und brach­ten sie in das Len­kungs­gre­mi­um des Gesamt­kon­zepts ein. Damit ent­stand eine Ver­bin­dung zwi­schen Moni­to­ring, fach­li­chem Aus­tausch und bestehen­den Entscheidungswegen.

Bei­spiel:

Daten aus der Stadt­ent­wick­lung lenk­ten den Blick auf die wach­sen­de Bedeu­tung der Ber­li­ner Außen­be­zir­ke für die Inte­gra­ti­on Geflüch­te­ter. Im Dia­log dis­ku­tier­ten die Betei­lig­ten, wie sich die sozia­le Infra­struk­tur auf die­se Ent­wick­lung ein­stel­len kann. Als ein mög­li­cher Ansatz wur­de eine bes­se­re räum­li­che Ver­tei­lung von Sprach­kur­sen benannt.

Über PHI­NEO Public

PHI­NEO Public unter­stützt Ver­wal­tun­gen dabei, Daten für Steue­rung und Ent­schei­dun­gen nutz­bar zu machen. Wir ver­bin­den Wir­kungs­ori­en­tie­rung mit den kon­kre­ten Anfor­de­run­gen des Verwaltungsalltags.

Das tru­gen wir zu den Ent­wick­lungs­dia­lo­gen bei:

  • die Eva­lua­ti­on des bestehen­den Fachmonitorings, 

  • Emp­feh­lun­gen für sei­ne Weiterentwicklung, 

  • die gemein­sa­me Kon­zep­ti­on der Entwicklungsdialoge, 

  • die inhalt­li­che und metho­di­sche Vorbereitung, 

  • die Mode­ra­ti­on und Umset­zung der Dialoge.

Sie erhe­ben vie­le Daten, nut­zen die­se aber noch zu wenig für Entscheidungen? 

Wir unter­stüt­zen Sie dabei, Moni­to­ring, fach­li­chen Aus­tausch und Steue­rung mit­ein­an­der zu ver­bin­den. Gemein­sam klä­ren wir, wel­che Daten Sie brau­chen, wer an ihrer Aus­wer­tung betei­ligt sein soll­te und wie dar­aus kon­kre­te nächs­te Schrit­te entstehen.

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Dr. Julia Nast | julia.​nast@​phineo.​org
Nitt­a­ya Fuchs | nittaya.​fuchs@​phineo.​org
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