LupoLeo-Award: 115.000 Euro für Kinder- & Jugendprojekte

Das Kinder­net­zw­erk Unit­ed Kids Foun­da­tions ver­gab 2020 anlässlich seines 15. Geburt­stags erst­mals den LupoLeo Award. Die Ausze­ich­nung wird für her­aus­ra­gen­des soziales Engage­ment im Kinder- und Jugend­bere­ich in Deutsch­land vergeben.

Zusam­men stark sein” war das Mot­to im ersten Jahr des LupoLeo Awards. Gesucht wur­den gemein­nützige Pro­jek­te im Kinder- und Jugend­bere­ich, die sich für Sol­i­dar­ität und Zusam­men­halt in der Gesellschaft ein­set­zen. Über 400 Pro­jek­te, Per­so­n­en und Per­sön­lichkeit­en von Flens­burg bis Garmisch-Partenkirchen hat­ten sich bewor­ben. Wir von PHI­NEO durften die Pro­jek­te prüfen und ein­er namhaft beset­zen Jury vorstellen. 

Ganz beson­ders freut es mich, dass der LupoLeo Award im Pre­mieren-Jahr 2020 bun­desweit so erfol­gre­ich angenom­men wurde. Ger­ade der gewählte The­men­schw­er­punkt gesellschaftlich­es Engage­ment“ ist während der Coro­na-Pan­demie so wichtig für unsere Gesellschaft“, freute sich Dr. Brigitte Mohn, Vor­standsmit­glied der Ber­tels­mann Stiftung und Vor­sitzende der LupoLeo Award-Jury.

Mit dem LupoLeo Award wollen wir Pro­jek­te und Men­schen ehren, die von dem gle­ichen Spir­it beseelt sind, wie die Men­schen der Unit­ed Kids Foun­da­tions-Fam­i­lie. Ger­ade jet­zt, in diesen Zeit­en, gilt es Men­schen und Pro­jek­te per­sön­lich zu danken und zu ehren, die sich für das Wohl unser­er Kinder, und damit für das Wohl unser­er Gesellschaft, stark machen“, sagt Jür­gen Brinkmann, Vor­standsvor­sitzen­der der Volks­bank Bra­Wo. Er ini­ti­ierte gemein­sam mit dem Münch­n­er Unternehmer Robert Lübenoff die Unit­ed Kids Foun­da­tions und den LupoLeo Award. Lübenoff fügt an: Die Jugend von heute ist die Zukun­ft von mor­gen. Sie braucht Ver­trauen, Ans­porn und Inspi­ra­tion. Die Ver­ant­wor­tung unser­er Gen­er­a­tion liegt darin, Voraus­set­zun­gen zu schaf­fen, die unseren Kindern eine eigen­ständi­ge Entwick­lung ermöglichen, ihnen alle Chan­cen offen­lassen und Freiraum für Kreativ­ität und Zukun­fts­gestal­tung bieten.“

Preisträger*innen des LupoLeo Awards

Pro­jekt-Award: 1. Platz (30.000 Euro): ROCK YOUR LIFE! gGmbH, München/​Bayern, Pro­jekt ROCK YOUR LIFE! Mentoring“

ROCK YOUR LIFE! baut mit seinem Men­tor­ing-Pro­gramm Brück­en zwis­chen sozial benachteiligten Jugendlichen, Studieren­den und Unternehmen. Dadurch unter­stützt es die Jugendlichen bei einem erfol­gre­ichen Start in ihre Zukun­ft. Schüler*innen aus Haupt- und Realschulen tre­f­fen dazu auf junge Studierende: denn bei­de Seit­en ste­hen vor ganz ähn­lichen Her­aus­forderun­gen und Entschei­dun­gen. In Train­ings ent­deck­en die Jugendlichen eigene Poten­ziale und Stärken, entwick­eln beru­fliche Wun­schvorstel­lun­gen und real­is­tis­che Zielset­zung für den Start ins Beruf­sleben. Sie vere­in­baren mit ihren Men­torin­nen und Men­toren indi­vidu­elle Hand­lungspläne und erlan­gen beruf­s­rel­e­vante Kom­pe­ten­zen. Das Pro­jekt legt eben­falls großen Wert auf den Kon­takt mit Unternehmen. So ler­nen die Jugendlichen während des Pro­gramms ver­schiedene Fir­men und Branchen durch Besuche kennen.

Pro­jekt-Award: 2. Platz (20.000 Euro): KICK­FAIR e.V., Ost­fildern/Baden-Würt­tem­berg, Pro­jekt Fußball-Ler­nen-Glob­al: Wer bin ICH, wer bist DU, wer sind WIR GEMEINSAM?”

KICK­FAIR bringt Kinder und Jugendliche deutsch­landweit über vielfältige Straßen­fußbal­lange­bote (z. B. Spiele­tr­e­ffs, Straßen­fußball-AGs, Pausen­li­gen) an ihren Schulen in Kon­takt und Begeg­nung. Einige Beson­der­heit­en: Jun­gen und Mäd­chen spie­len gemein­sam Fußball. Sie han­deln die Regeln vor jedem Spiel selb­st aus und besprechen deren Ein­hal­tung nach dem Spiel in der Dialog­zone. Fair­ness zählt in Punk­ten genau­so viel wie geschossene Tore. Anstelle von Schied­srichtern helfen Straßenfußball-Mediator*innen (Jugendliche aus der Ziel­gruppe selb­st) bei Diskus­sio­nen auf dem Spielfeld. Mit Bild­karten wer­den Sprach­bar­ri­eren im Spiel überbrückt.

Pro­jekt-Award: 3. Platz (10.000 Euro): Stiftung Bil­dung, Berlin, Pro­jekt Chan­cen­paten­schaften“

Das Pro­jekt Chan­cen­paten­schaften set­zt in Kitas und Schulen an und schafft Begeg­nungsräume für Kinder und Jugendliche gle­ichen Alters aus ganz unter­schiedlichen Leben­sum­stän­den, die nicht diesel­ben Chan­cen im Leben haben. Sie gehen eine Paten­schaft miteinan­der ein, um gemein­sam etwas zu unternehmen oder an einem Schul­pro­jekt außer­halb des Kita- und Unter­richt­sall­t­ags zu arbeiten.

Durch die gemein­samen Erleb­nisse und den Aus­tausch von Erfahrun­gen kön­nen sich vorhan­dene und noch zu ent­deck­ende Stärken und Kom­pe­ten­zen gegen­seit­ig ergänzen. Oft entwick­elt sich daraus eine Fre­und­schaft. Vorurteile wer­den abge­baut; echte Inklu­sion wird erlebbar.

Wahre Helden”-Award für Sayed Agha Zakhel (20.000 Euro für das Pro­jekt Zeigen, wie Stre­it ohne Gewalt zu lösen ist“)

Wenn Kinder in einem kon­flik­tre­ichen Umfeld aufwach­sen, dann ist ihr All­t­ag häu­fig von belas­ten­den Leben­sum­stän­den, fehlen­den Vor­bildern und sozialer Benachteili­gung geprägt. Unfaires Ver­hal­ten, Aus­gren­zung und Auseinan­der­set­zun­gen wer­den so Mit­tel im Kampf um soziale Anerken­nung. Das will der 14-jährige Sayed Agha Zakhel ändern: Mit Cool­nesstrain­ings bei seinem Vere­in ZKV Kampus.

2015 flüchtet er aus Afghanistan und lebt seit­dem mit sein­er Fam­i­lie im Ham­burg­er Stadt­teil Wil­helms­burg. Bere­its mit 11 Jahren nahm er an einem ZKV Kam­pus Kurs teil und stärk­te den Zusam­men­halt der Kinder in sein­er Woh­nun­terkun­ft. Seit­dem engagiert sich Sayed in der Sport­sozialar­beit des Vere­ins. Mit inno­v­a­tiv­en Ideen und einem aus­geprägten Gerechtigkeitssinn gestal­tet Sayed in den Cool­nesstrain­ings bere­its eigen­ständig Übun­gen zur Kon­flikt- und Gewaltver­mei­dung mit Jün­geren. Bei Gremien oder Events ver­tritt Sayed die Ini­tia­tive redege­wandt, selb­st­be­wusst und mit viel Humor. Er schafft es, medi­ale Aufmerk­samkeit auf die Anliegen von ZKV Kam­pus zu lenken. Längst zählt Sayed, der mit­tler­weile ein Ham­burg­er Gym­na­si­um besucht, zu den prä­gen­den Gesichtern des Vereins.

Per­sön­lichkeit des Jahres”-Award für den Sänger Campino, 1. Platz (20.000 Euro) 

Der Front­mann der Toten Hosen engagiert sich seit fast 40 Jahren gegen Frem­den­feindlichkeit, rechte Gewalt und Armut. Er unter­stützt u. a. Pro Asyl und Schule ohne Ras­sis­mus — Schule mit Courage“. 2019 wurde er zusam­men mit sein­er Band mit dem Julius Hirsch Ehren­preis des DFB für Lebensen­gage­ment gegen Ras­sis­mus, Anti­semitismus und Diskri­m­inierung ausgezeichnet.

Per­sön­lichkeit des Jahres” für den Mod­er­a­tor Tarik Tes­fu, 2. Platz (10.000 Euro) 

Tarik Tes­fu set­zt sich gegen Ras­sis­mus, Sex­is­mus, Homo‑, Trans‑, und Islam­feindlichkeit sowie für die Gle­ich­berech­ti­gung der Geschlechter ein. Bekan­nt wurde er zunächst im Inter­net mit der Video-Kolumne Tariks Gen­derkrise”. Daraufhin präsen­tierte er von 2017 bis 2019 das ZDF-Online-For­mat Jäger & Samm­ler”, das in 2019 mit dem Video Stadt. Land. Heimat.“ sog­ar den CIVIS“, Europas Medi­en­preis für Inte­gra­tion, gewann. Seit ver­gan­genem Herb­st ist er Teil des Moderator*innen-Teams des neuen und jun­gen Ablegers der NDR Talk­show deep und deut­lich”. Außer­dem hostet er seit Dezem­ber, gemein­sam mit Had­net Tes­fai, den gesellschaft­spoli­tis­chen Klatsch-Pod­cast Tratsch & Tacheles“ und füllt im Spo­ti­fy Orig­i­nal Pod­cast Man lernt nie aus“ unsere Wissenslücken.

Per­sön­lichkeit des Jahres“ für die Schaus­pielerin Sibell Kekil­li, 3. Platz (5.000 Euro)

Die Tochter türkisch­er Ein­wan­der­er ist in Deutsch­land geboren sowie aufgewach­sen und bekan­nt als Schaus­pielerin in deutschen und inter­na­tionalen Pro­duk­tio­nen. Die Botschaf­terin von Terre des Femmes“ engagiert sich für Frauen- und Mäd­chen­rechte. Außer­dem äußert sie sich immer wieder öffentlich zu All­t­agsras­sis­mus und ist Grün­dungsmit­glied von Unidas“, dem Net­zw­erk von und für Frauen aus Deutsch­land, Lateinameri­ka und der Karibik. 2017 wurde sie für ihren Ein­satz für Frauen- und Mäd­chen­rechte mit dem Ver­di­en­stor­den der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land ausgezeichnet.

Die wichtig­sten Fra­gen & Antworten

Was ist der LupoLeo-Award?
Unit­ed Kids Foun­da­tions ini­ti­iert 2020 anlässlich ihres 15. Geburt­stags erst­mals den LupoLeo-Award. Die Ausze­ich­nung wurde für her­aus­ra­gen­des soziales Engage­ment im Kinder- und Jugend­bere­ich in Deutsch­land vergeben. Der Fokus im ersten Jahr liegt auf Pro­jek­ten, die den gesellschaftlichen Zusam­men­halt stärken wollen.

Der LupoLeo wurde in 3 Kat­e­gorien vergeben: Pro­jekt Award”, Award für Wahre Helden” und Award für die Per­sön­lichkeit des Jahres”.
Wer ste­ht hin­ter dem LupoLeo?
Unit­ed Kids Foun­da­tions ist das Kinder­net­zw­erk der Volks­bank Braun­schweig Wolfs­burg. Bei der Umset­zung des LupoLeo-Awards wird Unit­ed Kids Foun­da­tions unter­stützt durch die Engag­mentZen­trum gGmbH, Braun­schweig.

PHI­NEO hat als unab­hängiges Analy­se­haus für gemein­nütziges Engage­ment jahre­lange Erfahrung in Auss­chrei­bungs- und Analy­se­prozessen und unter­stützte die Unit­ed Kids Foun­da­tions bei der Suche nach geeigneten Award-Pro­jek­ten und Kandidat*innen.
Was ist der Wahre Helden”-Award?
Organ­i­sa­tio­nen kon­nten im Rah­men der Bewer­bung einen Vorschlag für den Award Wahre Helden” ein­re­ichen. Der Award zeich­net ehre­namtliche Pro­jek­t­mi­tar­bei­t­ende aus, die sich in beson­der­er und vor­bildlich­er Weise engagieren und als das Gesicht” des Pro­jek­ts wahrgenom­men wer­den.

Der Award wurde durch ein Pub­likums-Vot­ing in Koop­er­a­tion mit FOCUS Online vergeben. Die Unit­ed Kids Foun­da­tions möchte damit das beson­dere ehre­namtliche Engage­ment wertschätzen und ihm zugle­ich mehr Sicht­barkeit verschaffen.
Was ist der Award Per­sön­lichkeit des Jahres”? 
Der Award Per­sön­lichkeit des Jahres” zeich­net eine Per­son des öffentlichen Lebens aus, die sich für Kinder und Jugendliche engagiert und durch ihre Arbeit oder ihr Auftreten dazu beiträgt, den Zusam­men­halt in unser­er Gesellschaft zu stärken. In dieser Kat­e­gorie wur­den drei Preise vergeben, welche für ein Pro­jekt der eige­nen Wahl bes­timmt sind. Die Preisträger*innen wur­den vom Jugend­komi­tee der Unit­ed Kids Foun­da­tions gewählt.
Wie lief der Auswahl­prozess ab?
Es gab ein vier­stu­figes Auswahlver­fahren, beste­hend aus ein­er Vor­prü­fung, ein­er Qual­ität­sprü­fung, ein­er Vor-Auswahl durch ein Jugend­komi­tee und ein­er Award-Jury.