Gemeinnütziger Journalismus: 5 Gründe, was Non-Profit-Journalismus für die Gesellschaft leistet

Report WOZU Non-Profit-Jounalismus? Ein Report zu gemeinnützigem Journalismus

Zentrale Erkenntnisse

Aus der Analyse lassen sich folgende zentrale Erkenntnisse ableiten:

1. Transparenz, Haltung und Gemein­schaft: Non-Profit-Akteure arbeiten nach an­erkannten journalistischen Standards und gehen vielfach darüber hinaus, indem sie beispiels­weise Finanzierungsquellen und Eigentums­verhältnisse offenlegen. Mit ihren Recherchen beabsichtigen sie gesellschaftliche Wirkungen – dabei fällt vor allem ihre lösungsorientierte Haltung und Arbeitsweise auf. Vielfach setzen Non-Profit-Akteure auf ihre Community und binden engagierte Bürger*innen aktiv in die Themenfindung, Recherche oder den Meinungs­bildungsprozess ein.

2. Der Wandel der Medienlandschaft birgt Risiken und Chancen zugleich: Non-

Profit-Journalist*innen werden tätig, wo der Markt versagt. Mit ihren Angeboten können sie dabei helfen, die Neuordnung des Journalis­mus konstruktiv und innovativ zu gestalten. Gemeinnützige Angebote stellen dabei eine qualitativ hochwertige Ergänzung zu kom­merziellen und öffentlich-rechtlichen Informationsangeboten dar. Die Öffentlichkeit und insbesondere Entscheider*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wissen jedoch bislang zu wenig über die Wirkungsweise des Non-Profit-Journalismus.

3. Mehr Wirkungsorientierung im Non-Profit-Journalismus: Deshalb gilt es, das Thema der gesellschaftlichen Wirkung (Wir­kungsziele, Wirkungslogik, Wirkungsmessung, etc.) im Non-Profit-Journalismus stärker zu betonen. Zwar können die Akteure auch heute schon sehr klar benennen, dass sie eine gesell­schaftliche Wirkung erzielen wollen, de facto jedoch konzentrieren sie sich auf das Erstellen und Verbreiten journalistischer Inhalte. Dies aus zwei Gründen: Zum einen mangelt es einigen Akteuren an Bewusstsein für Wirkungszusam­menhänge, und zum anderen fehlt häufig das grundlegende Know-how, anhand welcher In­dikatoren sich gesellschaftliche Wirkung über­haupt erheben lässt. Dies führt dazu, dass die Akteure bislang nur in Ausnahmefällen wir­kungsorientiert steuern bzw. über die von ihnen erzielten Wirkungen berichten.

4. Wirkungsmodell für den Non-Profit- Journalismus: Der Report stellt ein Wirkungs­modell vor, das es Non-Profit-Akteuren erlaubt, gesellschaftliche Wirkungen besser planen und erheben zu können, und das sich individuellen Projektbedarfen anpassen lässt. Das Modell erleichtert es den Akteuren, sich innerhalb der Medienlandschaft zu verorten und aus dieser Positionierung heraus eine eigene Wirkungslo­gik zu entwickeln.

5. Strategische Förderung benötigt: Da das Themenfeld Non-Profit-Journalismus ebenso bunt wie unterfinanziert ist, bieten sich Förder*innen viele Möglichkeiten für ein Enga­gement – sofern dieses strategisch betrieben wird. Strategisch heißt: Förder*innen koppeln die Mittelvergabe stärker an die Bedarfe der Organisationen, sie unterstützen Akteure dabei, sich wirkungsorientierter aufzustellen, sie stellen Mittel zur Wirkungserhebung bereit, und sie agieren mit der nötigen Flexibilität, die das volatile Umfeld erfordert. Auf Ebene des Gesamtsystems kommt es vor allem darauf an, Kooperationen anzuleiern – nicht nur zwischen Non-Profit-Akteuren, sondern auch sektorübergreifend.