Vom Pro­jekt­trä­ger zum Sys­tem­ge­stal­ter: Coll­ec­ti­ve Impact für Non-Profit-Organisationen

Vie­le Non-Pro­fit-Orga­ni­sa­tio­nen arbei­ten wirk­sam und sto­ßen den­noch an struk­tu­rel­le Gren­zen. Der Coll­ec­ti­ve-Impact-Ansatz hilft, vom Ein­zel­pro­jekt zur sek­tor­über­grei­fen­den Sys­tem­ge­stal­tung zu kommen.

Um die gro­ßen gesell­schaft­li­chen und öko­lo­gi­schen Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit anzu­ge­hen, reicht die Arbeit in Ein­zel­pro­jek­ten nicht aus. Vie­le Non-Pro­fit-Orga­ni­sa­tio­nen erle­ben im All­tag genau das: Sie arbei­ten wirk­sam in ihrem Feld und sto­ßen den­noch an Gren­zen, weil struk­tu­rel­le Ursa­chen unan­ge­tas­tet bleiben.

Genau hier setzt der Coll­ec­ti­ve Impact Gui­de an. Er lädt Orga­ni­sa­tio­nen dazu ein, ihre Rol­le neu zu den­ken, nicht nur als Pro­jekt­um­set­ze­rin­nen, son­dern als Mit­ge­stal­te­rin­nen von Systemen. 

Wir­kung ent­steht dann nicht durch mehr Akti­vi­tät, son­dern durch bes­se­re Abstim­mung.
Der ers­te Schritt dort­hin sind ein geteil­tes Pro­blem­ver­ständ­nis und eine ver­bind­li­che Ziel­set­zung, die alle Betei­lig­ten trägt. Dar­auf bau­en die wei­te­ren Ele­men­te von Coll­ec­ti­ve Impact auf: trag­fä­hi­ge Gover­nan­ce-Struk­tu­ren, eine gemein­sa­me Lern- und Wir­kungs­lo­gik sowie Finan­zie­rungs­an­sät­ze, die Zusam­men­ar­beit lang­fris­tig ermöglichen.

1. Eine gemein­sa­me Visi­on als stra­te­gi­sche Basis

Erfolg­rei­che Coll­ec­ti­ve-Impact-Ver­bün­de star­ten mit einem geteil­ten Pro­blem­ver­ständ­nis und einer gemein­sa­men Visi­on. Das schafft Ori­en­tie­rung nach innen und Anschluss­fä­hig­keit nach außen.

  • Vom Ego zum Eco: Coll­ec­ti­ve Impact ver­langt einen Per­spek­tiv­wech­sel. Ein­zel­in­ter­es­sen wer­den hin­ten­an­ge­stellt, der Fokus liegt auf dem gemein­sa­men Ziel. Denn wenn Orga­ni­sa­tio­nen ihre Akti­vi­tä­ten auf­ein­an­der bezie­hen, lässt sich die Wir­kung erhö­hen.  
  • Wir­kungs­zie­le fest­le­gen: Statt nur Out­puts (Akti­vi­tä­ten wie Ver­an­stal­tun­gen oder Bera­tun­gen) zu zäh­len, defi­nie­ren die Verbundpartner*innen gemein­sam, wel­che Ver­än­de­run­gen sie bei der Ziel­grup­pe (Out­co­mes) und in der Gesell­schaft (Impact) errei­chen wollen. 

Coll­ec­ti­ve Impact Guide

Der Coll­ec­ti­ve Impact Gui­de bewegt sich bei­spiel­haft im The­men­feld des Über­gangs Schu­le-Beruf. Die ent­hal­te­nen Grund­la­gen und Impul­se für eine wir­kungs­ori­en­tier­te, sek­tor­über­grei­fen­de Zusam­men­ar­beit las­sen sich aber auch auf alle ande­ren Berei­che über­tra­gen.

Hier her­un­ter­la­den! 

2. Gover­nan­ce: Die Anker­or­ga­ni­sa­ti­on als Rück­grat“ 

Coll­ec­ti­ve-Impact-Initia­ti­ven schei­tern oft­mals nicht an man­geln­dem Enga­ge­ment, son­dern an unkla­rer Koor­di­na­ti­on. Ein*e Verbundpartner*in soll­te des­halb die Anker­funk­ti­on über­neh­men und den Ver­bund struk­tu­rie­ren, mode­rie­ren und zusammenhalten. 

  • Zivil­ge­sell­schaft­li­ches Pro­fil: Non-Pro­fits bie­ten sich dafür beson­ders an, da sie meist wer­te­ori­en­tiert und fle­xi­bel arbei­ten, was sie zu idea­len Brü­cken­baue­rin­nen macht. 
  • Struk­tu­ren schaf­fen: Ein effek­ti­ver Ver­bund braucht kla­re Rol­len, wie etwa einen Steue­rungs­kreis für stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen und Arbeits­grup­pen für the­men­spe­zi­fi­sche Inhalte.
  • Psy­cho­lo­gi­sche Sicher­heit: In der Zusam­men­ar­beit ist ein Raum für offe­nen Aus­tausch und das Tei­len von Unsi­cher­hei­ten ent­schei­dend, um Ver­trau­en aufzubauen.

3. Wir­kungs­ma­nage­ment als Lernprozess

Wir­kungs­ori­en­tie­rung spielt im Coll­ec­ti­ve-Impact-Ansatz eine zen­tra­le Rol­le – nicht als Kon­troll­in­stru­ment, son­dern als Grund­la­ge für gemein­sa­mes Ler­nen und Steuern. 

  • Stra­te­gie­än­de­rung auf Basis von Daten: Regel­mä­ßi­ges Moni­to­ring hilft dabei, zu prü­fen, ob die gewähl­ten Maß­nah­men tat­säch­lich zu den ange­streb­ten Ver­än­de­run­gen füh­ren. Bleibt die Wir­kung aus oder ändern sich die Rah­men­be­din­gun­gen, kann der Ver­bund die Stra­te­gie fle­xi­bel anpas­sen. Dies wird kei­nes­wegs als Schei­tern auf­ge­fasst, son­dern ist Teil des Lernprozesses. 
  • Trans­pa­renz statt Kon­trol­le: Daten die­nen auch dazu, sicht­bar zu machen, wie die ein­zel­nen Verbundpartner*innen zum Gesamt­erfolg bei­tra­gen und ihre unter­schied­li­chen Bei­trä­ge zusam­men­wir­ken. So wird das Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein geför­dert. Dabei ist aber klar, dass nicht alles Rele­van­te auch mess­bar ist. 

4. Finan­zie­rung jen­seits der Projektlogik

Eine der größ­ten Hür­den von Coll­ec­ti­ve Impact liegt in der Finan­zie­rung. Non-Pro­fits ste­hen oft vor dem Pro­blem, dass klas­si­sche För­der­lo­gi­ken auf ein­zel­ne Pro­jek­te und kur­ze Lauf­zei­ten zuge­schnit­ten sind. Die Arbeit im Ver­bund braucht jedoch Zeit und Koordination. 

  • Finan­zie­rung von Struk­tur­kos­ten: Der Gui­de betont, dass nicht nur Akti­vi­tä­ten (Out­puts), son­dern auch die Koor­di­na­ti­on dahin­ter finan­ziert wer­den muss – ins­be­son­de­re die Arbeit der Ankerorganisation. 
  • Gemein­sa­mes Fund­rai­sing: Coll­ec­ti­ve-Impact-Ver­bün­de kön­nen aber auch neue Finan­zie­rungs­quel­len erschlie­ßen, indem sie als geschlos­se­ne Ein­heit gegen­über Stif­tun­gen oder der öffent­li­chen Hand auf­tre­ten. Gemein­sa­mes Fund­rai­sing kann die Sicht­bar­keit erhö­hen und ein über­zeu­gen­de­res Gesamt­bild vermitteln. 

Fazit für Non-Pro­fits: Wer bereit ist, iso­lier­tes Han­deln hin­ter sich zu las­sen, gewinnt an fach­li­cher und stra­te­gi­scher Tie­fe, poli­ti­scher Anschluss­fä­hig­keit und Lern­fä­hig­keit. Im Ver­bund wer­den Orga­ni­sa­tio­nen Teil eines ler­nen­den Öko­sys­tems, das ech­te sys­te­mi­sche Ver­än­de­run­gen bewir­ken kann.

Wenn Sie Fragen haben:

Katrina Zuchina

PHINEO Philanthropie & Non-Profit
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