Kata­stro­phen­hil­fe

Sofort­hil­fe plus Kli­ma­schutz: Bei Natur­ka­ta­stro­phen wirk­sam helfen

Ange­sichts der dra­ma­ti­schen Flut­ka­ta­stro­phe im Süden und Wes­ten unse­res Lan­des haben vie­le Men­schen das Bedürf­nis, schnell und wirk­sam zu hel­fen. Wer nicht vor Ort anpa­cken oder mit Natu­ra­li­en hel­fen kann, spen­det Geld. Neben Groß­spen­den von Unter­neh­men wie der Lidl-Schwarz-Grup­pe ist die Spen­den- und Hilfs­be­reit­schaft der Deut­schen wie immer rie­sig. Doch vie­len stellt sich die Fra­ge, ob die eige­ne Spen­de vor Ort ankommt und wirk­lich das bewirkt, was sie bewir­ken soll. Wer wir­kungs­voll für die Kata­stro­phen­hil­fe spen­den möch­te, muss sich daher auf die Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen und die Qua­li­tät ihrer Arbeit ver­las­sen können. 

Wor­auf soll­ten Sie also beim Spen­den ach­ten? Mit den fol­gen­den Tipps kön­nen Sie den Flut­op­fern in Deutsch­land, aber auch bei Natur­ka­ta­stro­phen in ande­ren Regio­nen der Welt, ziel­ge­rich­tet und wirk­sam helfen.

Geld spen­den

Klei­der, Decken, Lebens­mit­tel – Sach­spen­den sind zwar beliebt, gehen aber oft am eigent­li­chen Bedarf vor­bei. Der Trans­port ist teu­er, man­ches ist zu viel, ande­res zu wenig. Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen kön­nen mit Spen­den­gel­dern Waren vor Ort und zum rich­ti­gen Zeit­punkt kau­fen und so die loka­le Wirt­schaft stär­ken. Daher sind Geld­spen­den an Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen gut, denn die Exper­ten vor Ort wis­sen am bes­ten, was gebraucht wird.

Zweck­bin­dung vermeiden

Ver­mei­den Sie es, Ihre Spen­de mit einer engen Zweck­bin­dung ver­se­hen. Die­se Zweck­bin­dung ver­pflich­tet Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, das Geld aus­schließ­lich für das ange­ge­be­ne Ziel oder die ange­ge­be­ne Regi­on zu ver­wen­den. Sie ken­nen eine Orga­ni­sa­ti­on, der Sie ver­trau­en? Dann ver­trau­en Sie auch ihrem Know-how, das Geld so zu ver­wen­den, wie es den Betrof­fe­nen am bes­ten zugu­te­kommt. Eine Spen­de ohne Zweck­bin­dung macht das möglich.

Effi­zi­enz fördern

Bei jeder Spen­de fal­len Kos­ten an, z. B. für die Abwick­lung bei der Bank oder Ver­wal­tungs­auf­wand bei den Orga­ni­sa­tio­nen. Geben Sie daher lie­ber eine grö­ße­re Spen­de als vie­le klei­ne. Übri­gens: Eine gute Aus­bil­dung der Ein­satz­kräf­te kos­tet Geld, eben­so wie die Lage­rung von Zel­ten und Gerät­schaf­ten, damit die­se sofort ein­setz­bar sind. Ein gewis­ser Anteil Ihrer Spen­de darf daher in den Ver­wal­tungs­ap­pa­rat der Emp­fän­ger fließen.

Über­legt entscheiden

Auch wenn Eile gebo­ten ist: Las­sen Sie sich nicht unter Druck set­zen. Tref­fen Sie in Ruhe Ihre Ent­schei­dung. Vie­le Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen haben in der Ver­gan­gen­heit Rück­la­gen gebil­det, mit denen sie die ers­ten Maß­nah­men noch selbst bestrei­ten kön­nen. Gera­de wenn es um eine für Sie grö­ße­re Spen­den­sum­me geht, emp­fiehlt PHINEO, offe­ne Fra­gen an die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on am Tele­fon zu klä­ren. Vie­le Orga­ni­sa­tio­nen bie­ten dafür einen eige­nen Spen­der­ser­vice an. In jedem Fall ist es sinn­voll, vor dem Spen­den ein­mal mehr hin­zu­schau­en, ins­be­son­de­re bei Online-Spen­­den. Recher­chie­ren Sie, wie lan­ge die Orga­ni­sa­ti­on bereits tätig ist und ob es Medi­en­be­rich­te gibt. 

Den rich­ti­gen Zeit­punkt wählen

Dra­ma­ti­sche Fern­seh­bil­der füh­ren zum Wunsch, rasch zu hel­fen. Beson­de­re Wir­kung kann ihre Spen­de jedoch ent­fal­ten, wenn die öffent­li­che Auf­merk­sam­keit wie­der nach­ge­las­sen hat. Eine Mög­lich­keit wäre es, den Betrag zeit­ver­setzt zu über­wei­sen oder regel­mä­ßig Geld an eine Orga­ni­sa­ti­on zu spenden. 

Auf Wir­kungs­ori­en­tie­rung achten

Die Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen soll­ten erfolg­rei­che Pro­jek­te aus der Ver­gan­gen­heit nach­wei­sen kön­nen. Unab­hän­gi­ge Eva­lua­tio­nen, die auf der Home­page der Orga­ni­sa­ti­on bereit­ge­stellt wer­den, sind dafür beson­ders wert­voll. Bei grö­ße­ren Spen­den kön­nen Sie die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Ihrer Wahl bit­ten, Ihnen Ver­wen­dung und Wir­kung der Spen­de zu erläu­tern, auch nach­träg­lich natürlich.

Lang­fris­tig engagieren

Die ver­hee­ren­de Flut­ka­ta­stro­phe im Süden und Wes­ten unse­res Lan­des beweist: Die Anzahl und Schwe­re von Natur­ka­ta­stro­phen nimmt ste­tig zu. Und sie bleibt kein Pro­blem weit ent­fern­ter Regio­nen der Welt. Einem UN-Bericht aus dem Jahr 2019 zufol­ge hat sich mit 4,2 Mil­li­ar­den die Zahl der von Natur­ka­ta­stro­phen Betrof­fe­nen gegen­über den vor­he­ri­gen 20 Jah­ren fast verdoppelt. 

Die­ser anhal­ten­de Trend ist auch vom Men­schen ver­ur­sacht: Neben dem Kli­ma­wan­del sor­gen das welt­wei­te Bevöl­ke­rungs­wachs­tum und die zuneh­men­de Urba­ni­sie­rung für wach­sen­de Betrof­fe­nen­zah­len und wirt­schaft­li­che Schä­den. Und so ver­ständ­lich der spon­ta­ne Wunsch ist, rasch Hil­fe zu leis­ten: Wir müs­sen uns kon­se­quent und wirk­sam dem fort­schrei­ten­den Kli­ma­wan­del entgegenstemmen. 

Bei gro­ßen Natur­ka­ta­stro­phen erhal­ten spen­den­sam­meln­de Orga­ni­sa­tio­nen häu­fig viel Geld in kur­zer Zeit. Sinn­voll ist es aber, das eige­ne Enga­ge­ment lang­fris­tig und wirk­sam anzu­ge­hen. Initia­ti­ven und Spen­den für Kata­stro­phen­vor­sor­ge, Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men und Kli­ma­schutz kön­nen beson­ders wirk­sam sein. Nach Zah­len der Welt­bank kann ein Euro hier bis zu sie­ben­mal wirk­sa­mer sein als in der Nothilfe! 

Fazit

Neben der Sofort­hil­fe gibt es ande­re Optio­nen, die lang­fris­tig viel Gutes bewir­ken. Vie­le Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen enga­gie­ren sich in meh­re­ren Berei­chen. Sie kön­nen ihnen grö­ße­re Beträ­ge z.B. für die Eva­lua­ti­on ihrer Arbeit zukom­men las­sen oder zur Finan­zie­rung von For­schungs­ar­beit. Vie­le Orga­ni­sa­tio­nen und Initia­ti­ven leis­ten auch einen nach­hal­ti­gen Bei­trag zum Kli­ma­schutz oder zur Ent­wick­lungs­hil­fe. Mit Unter­stüt­zung die­ser Arbeit kön­nen Sie wirk­sam etwas gegen den Kli­ma­wan­del und den Schutz vor Natur­ka­ta­stro­phen tun. 

Wenn Sie Fragen haben:

Juliane Werlitz

Pressesprecherin
+49 30 520 065 376
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