Nach­haltig oder wirkungsvoll?

Was Investor*innen über ESG-Kri­te­rien wis­sen sollten

Der Markt für nach­haltige Gel­dan­la­gen wächst enorm. Viele Anleger*innen und Asset Man­ag­er ver­wen­den dabei ESG-Invest­ments und Impact Invest­ing syn­onym. Aber: Nach­haltig ist nicht immer wirkungsvoll. Die zen­tralen Unter­schiede zwis­chen den Anlagestrategien:

von Ture Jacob­sen und Mer­ret Nommensen

Impact Invest­ing geht über ESG hinaus

  • ESG-Screen­ing: Beim ESG-Screen­ing wer­den Investi­tio­nen mit neg­a­tiv­en sozialen, ethis­chen oder ökol­o­gis­chen (Envi­ron­men­tal, Social and Gov­er­nance = ESG) Geschäftsmod­ellen aus­geschlossen. Die Investorin oder der Investor entschei­det sich also dafür, etwas NICHT zu tun.
  • ESG-Inte­gra­tion: Wenn die Investorin oder der Investor soziale, ethis­che oder ökol­o­gis­che Kri­te­rien bewusst in ihrer Invest­ment-Entschei­dung berück­sichtigt, sprechen wir von ESG-Integration.
  • Impact Invest­ing: Beim Impact Invest­ing geht es darum, etwas AKTIV zu tun. Wirkung­sori­en­tierte Investor*innen wollen mit ihrer Kap­i­ta­lan­lage gesellschaftlichen Wan­del anstoßen. Sie leg­en ein Wirkungsziel und eine Wirkungslogik fest und inte­gri­eren es in den gesamten Investmentprozess. 

Mit anderen Worten: ESG-Inte­gra­tion ist immer Bestandteil von Impact Invest­ing, aber nicht umgekehrt. Wirkung­sori­en­tiertes Investieren geht deut­lich über ein Invest­ment mit ESG-Screen­ing hinaus. 

ESG und Impact wer­den oft syn­onym gebraucht. Das ist von unserem Ver­ständ­nis in dieser Runde sehr weit ent­fer­nt.“ Teil­nehmerin bei einem Dig­i­talevent der Bun­desini­tia­tive Impact Investing 

Gesellschaftliche vor finanzieller Rendite

ESG- und Impact-Investor*innen unter­schei­den sich auch darin, welchen finanziellen Ertrag sie von ihrer Anlage erwarten. ESG-Invest­ments streben eine Ren­dite auf Mark­t­niveau an und ver­suchen lediglich neg­a­tive Effek­te zu ver­mei­den (Finance-First Ansatz). Impact Investor*innen set­zen ein soziales oder ökol­o­gis­ches Ziel an erste Stelle und akzep­tieren dafür auch eine gerin­gere finanzielle Ren­dite (Impact-First Ansatz). 

Die Ziel­gruppe redet mit

Ein weit­er­er Unter­schied ist schließlich, in welch­er Rolle die Investorin oder der Investor sich ver­ste­ht. Impact Investor*innen nehmen in der Regel aktiv am Wirkungskreis­lauf teil. Sie eini­gen sich zum Beispiel mit dem oder der Empfänger*in der Investi­tion und ggf. dem oder Inter­mediär auf Wirkungsziele, die sie gemein­sam nach­hal­ten und die die Ren­dite bes­tim­men. Für Kap­i­tal­gebende bedeutet das mehr Engage­ment, aber auch deut­lich mehr Gestal­tungspiel­raum als z.B. bei einem ESG-Investment.

Knack­punkt Wirkungsmessung

Welche Wirkung erzielt eine Investi­tion? Wie lässt sich die Wirkung zweit­er Invest­ments ver­gle­ichen? Und kann ich Wirkung gezielt steuern? Wirkungsmes­sung und Wirkungs­man­age­ment ist der Knack­punkt beim Impact Invest­ing und auch die Frage, in der die größte Uneinigkeit unter den Akteur*innen herrscht. Eine Rei­he von Stan­dards für unter­schiedliche Asset-Klassen wurde entwick­elt, doch bis­lang hat sich kein Rah­men­werk durchgesetzt. 

Für weitere Informationen:

Young-jin Choi

Impact Investing
+49 30 520 065 321
young-jin.choi@phineo.org