Wie wird Impact Invest­ing das neue Normal?

Kap­i­tal kann beitra­gen, gesellschaftliche Her­aus­forderun­gen zu lösen. Davon musste wohl keine/​r der Teil­nehmenden des Events Impact in Kap­i­ta­lal­loka­tio­nen“ überzeugt wer­den. Aber wie die Wirkung ins Invest­ment kommt, darüber disku­tierten die gut 50 Impact Invest­ing-Profis inten­siv.

von Mer­ret Nommensen

Die Arbeit­skreise Wirkungsmes­sung” und Fam­i­ly Offices” der Bun­desini­tia­tive Impact Invest­ing hat­ten zu dem dig­i­tal­en Aus­tausch am 29.10.2020 geladen.

Young-jin Choi von PHI­NEO gab einen Überblick über Ansprüche und Her­aus­forderun­gen des wirkung­sori­en­tierten Investierens. Wie definieren Geldgebende und Empfänger*innen Wirkung? Wie lässt sich die Wirkung zweier Invest­ments ver­gle­ichen? Und wie lassen sich Investi­tio­nen so man­a­gen, dass sie die gewün­schte Wirkung erzielen? 

Beispiele für Wirkungs­man­age­ment in der Praxis

Viele Akteure denken derzeit über die Frage nach, wie Wirkung bess­er in der Finanzierung­sprax­is ver­ankert wer­den kann. Sechs Organ­i­sa­tio­nen stell­ten im Event vor, wie sie Wirkung definieren, messen und managen:

  • Agents for Impact berät Investierende und Investees im Bere­ich Mikro­fi­nanzen, wie sie ihre Aktiv­itäten bess­er an den SDGs aus­richt­en können.
  • Impact Alliance vere­int auf ihrer Plat­tform Dat­en zu wirkung­sori­en­tierten Asset Managern.
  • loom­pact will Impact-Analy­sen in ver­ständlichen, über­sichtlichen For­mat­en kom­mu­nizieren, um Impact Invest­ing zum Main­stream zu machen.
  • Plan­et A ist ein neuer Impact Invest­ing-Fonds für ökol­o­gisch nach­haltige Start-Ups.
  • 4L Vision führt als Fam­i­ly Office unter anderem ein Aktien­de­pot nach Impact-Kriterien.
  • Toni­ic ist ein Net­zw­erk von Impact Investor*innen, das beste­hende Stan­dards in der Prax­is erprobt und unter anderem Wirkungs­dat­en aggregiert.

Worüber die Expert*innen grübeln

Das und mehr disku­tierten die Teil­nehmenden am 29.10. im Event Impact in Kapitalallokationen“:

Investor*innen wollen wis­sen, was genau ihre Alloka­tion bewirkt. Dabei führen oft viele Ein­flüsse zu ein­er Veränderung.“ 

Wer darf sich Wirkung auf die Fahne schreiben? Das Unternehmen, das zu CO2-Reduk­tion beiträgt? Die Investorin, die das Unternehmen unter­stützt? Oder der Kunde, der das Pro­dukt kauft? Oder ist es im Zweifel egal, solange das gewün­schte Resul­tat eintrifft?“

Ist quan­ti­ta­tive Wirkungsmessung eine Lösung, von den vie­len ver­schiede­nen Stan­dards wegzukom­men, die auch qual­i­ta­tive Fak­toren zugrunde leg­en und in der Folge zu sehr unter­schiedlichen Ergeb­nis­sen kommen?“

Wie streng soll­ten wir bei der Frage sein, wann Impact begin­nt? Zu hohe Ansprüche kön­nen demotivieren.“

Einige SDGs, z.B. die Besei­t­i­gung extremer Armut, sind mit Investi­tio­nen kaum zu erre­ichen. Klas­sis­che Finanzin­stru­mente passen oft nicht zu der Wirk­lichkeit, die sie verän­dern wollen.“ 

Viele soziale Unternehmungen fokussieren auf Europa. Für wirk­lichen Impact ist es jedoch notwendig, glob­al zu denken bzw. in Schwellen- und Entwick­lungslän­der zu gehen.“

ESG und Impact wer­den oft syn­onym gebraucht. Das ist von unserem Ver­ständ­nis in dieser Runde sehr weit entfernt.“

Die Bun­desini­tia­tive Impact Invest­ing möchte das Ökosys­tem für Impact Invest­ing in Deutsch­land voran­brin­gen. PHI­NEO gehört zu den Gründungsmitgliedern.

Für weitere Informationen:

Young-jin Choi

Impact Investing
+49 30 520 065 321
young-jin.choi@phineo.org