10 Jahre PHINEO: Selbst fördern und gefordert werden

Mit der SKala-Initiative unterstützt PHINEO selbst Projekte und arbeitet wirkungsorientiert für eine lebenswerte Welt. Von Niger bis nach München

Sani war schon drei Monate alt, als der Junge immer noch nur 2,3 Kilogramm wog. Zusätzlich hatte er eine Lungenentzündung und Malaria; wie viele Kinder in Niger – einem Land mit einer der höchsten Kindersterblichkeitsraten der Welt. Durch ein Unicef-Hilfsprogramm gegen Mangelernährung konnte Sani versorgt werden, bekam Spezialernährung und Erdnusspaste. Drei Wochen später hatte er an Gewicht zugenommen und weder Malaria-Symptome noch eine Lungenentzündung. Sani ist einer von mehr als 54.000 Kindern, denen geholfen werden konnte. Mindestens 84% von ihnen erholen sich vollständig.

Das Projekt ist eines von 93 Förderprojekten der SKala-Initiative. Diese wurde im April 2016 von der Unternehmerin Susanne Klatten ins Leben gerufen, um besonders wirkungsorientierte Organisationen mit insgesamt bis zu 100 Millionen Euro zu fördern. PHINEO hat die Initiative entwickelt und führt sie durch.

Von der Beraterin zur Förderin

Bis 2016 hat PHINEO andere Förder*innen beraten, wie sie wirkungsvoll fördern können. Jetzt musste sich zeigen, ob PHINEO dem eigenen Anspruch standhalten kann und dies auch selbst tut. Aufgabe der Initiative ist es, Organisationen zu fördern, die mit unterschiedlichen Ansätzen auf ein gemeinsames Ziel hinsteuern: eine Gesellschaft, in der sich Menschen füreinander einsetzen. Dabei möchte die Initiative bedarfsgerecht fördern und selbst nachhaltig wirken. Dies zeigt sich daran, dass eine Organisation am Ende der Förderung professionell aufgestellt ist und wirkungsorientiert arbeitet.

1.866 Bewerbungen gingen 2016 über eine öffentliche Ausschreibung bei PHINEO ein. Alle wurden intensiv geprüft. 2019 sind noch 93 Projekte in der Förderung.

Neues Förderinstrument: Die gemanagte Großspende

Über die Initiative wurde zum Start in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Susanne Klatten informiert. Die zahlreichen Artikel und öffentlichen Beiträge, die in der Folge erschienen, weckten bei weiteren Förder*innen großes Interesse. Die Idee, für eine Großspende keine eigene Organisation wie eine Stiftung dauerhaft aufzubauen, scheint für viele Förder*innen attraktiv zu sein. Die Großspendenberatung und -umsetzung durch eine Organisation wie PHINEO erweitert die Optionen des philanthropischen Engagements und trägt hoffentlich dazu bei, dass sich mehr Menschen engagieren.

Erste Nachahmer*innen gibt es bereits. 2018 entstand beispielsweise die Initiative Mobilitätskultur, die durch die Erbschaft einer Privatperson ermöglicht wurde und nach dem SKala-Modell umgesetzt wird.

Flexibel fördern, Neues probieren: Der SKala-CAMPUS

Natürlich hat PHINEO auch durch und mit den Förderorganisationen viel gelernt. Ganz aktuell in der Corona-Krise, auf die PHINEO mit noch größerer Flexibilität hinsichtlich organisationaler Bedarfe und mit zusätzlichen Angeboten reagiert hat. Im Zuge der Förderarbeit hat PHINEO darüber hinaus erfahren, dass Organisationen der Zivilgesellschaft vielfache Unterstützungsbedarfe haben, die bis dato nicht ausreichend gedeckt sind. Zentrale Themen sind wirtschaftliche Nachhaltigkeit sowie Wirkungs- und Organisationsmanagement. Und PHINEO hat daraufhin den SKala-CAMPUS für die Zivilgesellschaft entwickelt. Für den Aufbau des CAMPUS stellt Susanne Klatten rund 10 Millionen Euro Fördermittel aus der SKala-Initiative bereit.

Wirkung motiviert

Und was wurde sonst alles erreicht? Viele geplante und ungeplante Wirkungen sowie Lerneffekte zeichnen die Initiative aus – alle nachzulesen in den mittlerweile vier SKala-Tätigkeitsberichten. Sie motivieren und spornen das SKala-Team tagtäglich aufs Neue an. Dabei sind es nicht nur die großen Projekte, die begeistern. Gerade die Wirkungen auf Organisationsebene zeigen, welchen Impact SKala hat. So konnte sich die vergleichsweise kleine Organisation „Ich will da rauf“, die in München inklusive Klettergruppen organisiert, finanziell nachhaltiger aufstellen. Die SKala-Förderung half wesentlich dabei, dass 14 neue Fördermitglieder für diese Organisation gewonnen werden konnten. Geplant waren eigentlich fünf.