Moder­nes Stiften

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Wiebke Gülcibuk,
30.11.2021

Bei der Stif­tungs­in­itia­ti­ve #Ver­trau­en­Macht­Wir­kung wer­ben wir von PHINEO für par­ti­zi­pa­ti­ves Geben. Par­ti­zi­pa­ti­on bedeu­tet, dass Stif­tun­gen die Exper­ti­se ihrer Förderpartner*innen ein­be­zie­hen und sie an Ent­schei­dun­gen betei­li­gen. Das kann auf ganz unter­schied­li­che Wei­se gesche­hen. Die Schöpf­lin Stif­tung bei­spiels­wei­se hat sich ent­schie­den, immer eine Posi­ti­on im Bei­rat aus dem Kreis der aktu­el­len oder ehe­ma­li­gen För­der­part­ner zu beset­zen. Damit wird die Per­spek­ti­ve des NGO-Sek­tors im Auf­sichts­gre­mi­um der Stif­tung abge­bil­det. Tim Göbel, Geschäfts­füh­rer der Schöpf­lin Stif­tung, beant­wor­tet die drei drän­gends­ten Fra­gen dazu.

Wie arbei­tet Euer Bei­rat und wor­über ent­schei­det er?

Tim Göbel: Unser Bei­rat berät und unter­stützt den Vor­stand und arbei­tet bei ent­schei­den­den Punk­ten der Stra­te­gie­de­fi­ni­ti­on und ‑umset­zung mit. Kon­sti­tu­ie­rend für den beson­de­ren Cha­rak­ter des Bei­rats der Schöpf­lin Stif­tung ist die Mischung aus Fami­li­en-Mit­glie­dern sowie aus exter­nen Bei­rä­ten. Der Bei­rat der Schöpf­lin Stif­tung ist ein arbei­ten­der Bei­rat“. Zwei Prä­senz­sit­zun­gen jähr­lich – in der Regel eine in Lör­rach und eine in Ber­lin – bil­den den Kris­tal­li­sa­ti­ons­punkt sei­ner Arbeit. Bei die­sen Ter­mi­nen gehen wir als Vor­stand, aber auch das Team der Stif­tung in wech­seln­der Zusam­men­set­zung, in inten­si­ven Aus­tausch mit dem Gre­mi­um und jedes Bei­rats­mit­glied bringt die eige­ne Exper­ti­se zum Woh­le der Stif­tung ein.

Was wollt Ihr damit errei­chen, dass ihr jetzt eine/​n Förderpartner*in in den Bei­rat beruft?

Die Schöpf­lin Stif­tung hat sich bewusst ent­schie­den, ein Bei­rats­mit­glied aus den Rei­hen der För­der­part­ner zu beru­fen. Die Per­spek­ti­ve einer NGO oder eines Sozi­al­un­ter­neh­mens und damit immer auch die Per­spek­ti­ve einer mit­tel­emp­fan­gen­den Orga­ni­sa­ti­on ist eine zen­tra­le Dimen­si­on, die unse­rer Ein­schät­zung nach im Bei­rat ver­tre­ten sein muss. Wir möch­ten damit den Gedan­ken der par­ti­zi­pa­ti­ven Phil­an­thro­pie” wei­ter umset­zen. Ziel ist der Abbau von klas­si­schen Macht­struk­tu­ren und das Errei­chen von mehr Augen­hö­he zwi­schen Stif­tun­gen und Fördermittelempfängern. 

Wel­che Beden­ken gab es im Vor­feld und wie konn­ten die­se aus­ge­räumt werden? 

Beson­ders zen­tral war die The­ma­tik des Inter­es­sen­kon­flikts bei der Bei­rats­po­si­ti­on des För­der­part­ners. Unse­re Lösung: Die beru­fe­ne Per­son wird an der Ent­schei­dung über die eige­ne Wei­ter­för­de­rung nicht betei­ligt sein und sie wird bei allen zu tref­fen­den För­der­ent­schei­dun­gen die not­wen­di­ge Sen­si­bi­li­tät mit­brin­gen, mög­li­che Inter­es­sen­kon­flik­te auf­zu­zei­gen. Die Per­spek­ti­ve der Geför­der­ten ist eine Berei­che­rung für die Bei­rats­ar­beit und die Beschäf­ti­gung mit Inter­es­sen­kon­flik­ten wird von uns allen als eher för­der­lich und kon­struk­tiv eingeschätzt. 

Die Schöpf­lin Stif­tung ist Gesell­schaf­te­rin von PHINEO und För­der­part­ne­rin ver­schie­de­ner Pro­jek­te. Dar­über hin­aus ist sie Teil der Stif­tungs­in­itia­ti­ve #Ver­trau­en­Macht­Wir­kung.

Für weitere Informationen:

Wiebke Gülcibuk

Leitung Kommunikation
+49 30 520 065 112
wiebke.guelcibuk@phineo.org