War­um Stif­tun­gen Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit auf die Tages­ord­nung set­zen sollten

Fünf Argu­men­te, war­um Stif­tungs­ver­ant­wort­li­che über Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit nach­den­ken sollten.

Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit ist Vor­aus­set­zung, um die Nach­hal­tig­keits­zie­le zu erreichen

Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund des Geschlechts ist tief ver­wur­zelt und in allen Berei­chen prä­sent – sozi­al, wirt­schaft­lich, poli­tisch und öko­lo­gisch. Nur wenn die Rech­te von Frau­en und Mäd­chen über alle Zie­le hin­weg gewähr­leis­tet wer­den, kön­nen wir eine nach­hal­ti­ge und lebens­wer­te Zukunft für nach­fol­gen­de Genera­tio­nen gestal­ten. Haben Frau­en etwa einen gerech­te­ren Zugang zu Bil­dung (SDG 4), ver­bes­sert das auch ihre Chan­cen auf dem Arbeits­markt (SDG 8). Ihr Armuts­ri­si­ko sinkt (SDG 1), was wie­der­um die Ver­sor­gung, Gesund­heit und Ent­wick­lung von Frau­en, Kin­dern und Fami­li­en posi­tiv beein­flusst (SDG 2 + 3). Die Wirt­schaft gewinnt wich­ti­ge Fach­kräf­te und Impulsgeber*innen, bspw. für zen­tra­le gesell­schaft­li­che Fra­gen wie etwa den Kli­ma­wan­del (SDG 9).

Dar­aus folgt: Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit ist auch für Stif­tun­gen rele­vant, deren Akti­vi­tä­ten ledig­lich indi­rekt mit Gen­der im Zusam­men­hang ste­hen, z.B. in den Berei­chen Umwelt­schutz, Kul­tur oder Gesundheit.

Gleich­be­rech­ti­gung ist ein Grundrecht 

Stif­tun­gen haben den Anspruch, zu einer demo­kra­ti­schen und gerech­te­ren Gesell­schaft bei­zu­tra­gen. Wer die Grund­fes­ten unse­rer Demo­kra­tie stützt und als Vor­bil­der für gesell­schaft­li­chen Wan­del wahr­ge­nom­men wer­den will, soll­te gen­der­sen­si­ble Arbeit als selbst­ver­ständ­lich erach­ten. Punkt.

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Gender in Stiftungen

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Stif­tun­gen kön­nen viel bewegen

Das The­men­feld Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit ist eine Anein­an­der­rei­hung von Nischen und Lücken. Wer hier klug inves­tiert, eröff­net sich die Chan­ce, das The­ma durch eige­ne Impul­se mit­zu­ge­stal­ten. Stif­tun­gen kön­nen dabei auf zwei­fa­che Wei­se zu mehr Gleich­be­rech­ti­gung bei­tra­gen. Sie kön­nen gezielt Gen­der-Pro­jek­te unter­stüt­zen, und sie kön­nen Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit struk­tu­rell ver­an­kern, um auf die­se Wei­se einen sicht­ba­re­ren Bei­trag für sozia­le, wirt­schaft­li­che, poli­ti­sche und öko­lo­gi­sche Gerech­tig­keit zu leisten.

Übri­gens: Stif­tun­gen, die sich geschlech­ter­ge­rech­te Pro­jek­te för­dern, sind nach eini­ger Zeit häu­fig auch intern gleich­be­rech­tig­ter auf­ge­stellt. Stu­di­en zei­gen eine Wech­sel­wir­kung zwi­schen För­der­maß­nah­men und eige­ner struk­tu­rel­ler Neuorganisation.

Gen­der­sen­si­ble Stif­tun­gen bewir­ken mehr

Wer in Stra­te­gien und Pro­jek­ten berück­sich­tigt, dass unter­schied­li­che Geschlech­ter unter­schied­li­che Bedürf­nis­se haben, ent­fal­tet eine nach­hal­ti­ge­re Wir­kung. Dies aus zwei Grün­den: Zum einen errei­chen die Akti­vi­tä­ten meist deut­lich bes­ser die Ziel­grup­pen, und zum ande­ren wer­den die Res­sour­cen ziel­ge­rich­te­ter ein­ge­setzt.

Von ope­ra­tiv täti­gen Stif­tun­gen, die Gen­der & Diver­si­ty för­dern, ist bekannt, dass sie durch den direk­te­ren Kon­takt mit der Ziel­grup­pe – Jun­gen und Mäd­chen bzw. Frau­en und Män­ner – zu bes­se­ren Ein­schät­zun­gen gelan­gen, wann die Ziel­grup­pen auf ein Ange­bot reagie­ren und wie so ein Ange­bot über­haupt auf­ge­baut sein muss.

Gen­der­sen­si­ble Stif­tun­gen sind moder­ner und innovativer

Je diver­ser Füh­rung und Beleg­schaft eines Unter­neh­mens auf­ge­stellt sind, des­to leis­tungs­fä­hi­ger ist es. Zwar man­gelt es noch an wis­sen­schaft­li­chen Erhe­bun­gen, dass sich Erkennt­nis­se aus der Wirt­schaft auf Stif­tun­gen über­tra­gen las­sen, aber alle bis­he­ri­gen Erkennt­nis­se wei­sen dar­auf hin, dass Stif­tun­gen, die sich zu Diver­si­tät und Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit beken­nen, effek­ti­ver arbei­ten und inno­va­ti­ver sind – und sich in Zei­ten zuneh­men­den Fach­kräf­te­man­gels als attrak­ti­ve Arbeitgeber*in posi­tio­nie­ren.

Stif­tun­gen tun daher gut dar­an, ein Umfeld zu schaf­fen, in dem sich Mit­ar­bei­ten­de wohl­füh­len und gern ein­brin­gen – unab­hän­gig von Geschlecht, Alter, Her­kunft, Bil­dungs­stand usw.

Für weitere Informationen:

Wiebke Gülcibuk

Leitung Kommunikation
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wiebke.guelcibuk@phineo.org