PHINEO packt aus

10 Lese­emp­feh­lun­gen für die Urlaubszeit

Thomas Luthmann,
18.07.2022

Som­mer­zeit ist Urlaubs­zeit. Eine gute Gele­gen­heit also, um aus dem All­tag aus­zu­bre­chen, Ener­gie zu tan­ken und neue Ein­drü­cke zu sam­meln. Ger­ne auch mit Hil­fe eines tol­len Buchs.

Wie haben daher die Kolleg*innen gefragt, wel­cher Schmö­ker sie so nach­hal­tig beein­druckt oder unter­hal­ten hat, dass sie ihn sofort wei­ter­emp­feh­len kön­nen. Das Ergeb­nis: eine bun­te Mischung, die für jeden Geschmack etwas bereit­hält. Lese­emp­feh­lun­gen von Klas­si­ker bis Dar­über-spricht-man-heu­te, von Bel­le­tris­tik bis Sach­buch, von bedin­gungs­lo­sem Grund­ein­kom­men bis Sci­ence Fiction.

Kha­led Hoss­ei­ni: A Thousand Sple­ndid Suns”

Das Buch erzählt die Geschich­te von zwei afgha­ni­schen Frau­en, Mari­am und Lai­la, die mit dem­sel­ben Mann ver­hei­ra­tet und so zu engen Freun­din­nen wer­den. Es ist eine har­te aber ergrei­fen­de Geschich­te. Abso­lut emp­feh­lens­wert! (Andrea Giral­do, Groß­spen­den­be­ra­tung & Wirkungsanalyse)

Rut­ger Breg­mann: Uto­pien für Realisten”

Das Buch ist ide­al für all die­je­ni­gen, die ger­ne die Welt ver­bes­sern wol­len, ohne dabei abzu­he­ben. Rea­lis­ti­sche Visio­nä­re“ oder visio­nä­re Rea­lis­ten“ eben. Anhand von For­schungs­er­geb­nis­sen und mit Ver­weis auf his­to­ri­sche Ent­schei­dun­gen erklärt Rut­ger Breg­mann, war­um das bedin­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men tat­säch­lich eine gute Idee und finan­zi­ell stemm­bar wäre, was gegen Armut hilft und war­um wir alle weni­ger arbei­ten soll­ten. (Sven­ja Ossen­brüg­gen, SKala-CAMPUS)

Erich Fromm: Haben oder Sein”

Ein alter Klas­si­ker, doch das Buch ist so vol­ler Klug­heit über das gute Leben“, dass man ein­fach immer wie­der ein­zel­ne Tei­le davon lesen muss. Mit wah­rem Impact auf das eige­ne Leben. (Leon Frey­tag von Loring­ho­ven, Groß­spen­den­be­ra­tung & Wirkungsanalyse)

Maja Göpel: Unse­re Welt neu den­ken: eine Einladung”

Maja Göpel ist Polit­öko­no­min, Nach­hal­tig­keits­wis­sen­schaft­le­rin, Autorin, Gene­ral­se­kre­tä­rin des Wis­sen­schaft­li­chen Bei­ra­tes der Bun­des­re­gie­rung Glo­ba­le Umwelt­ver­än­de­run­gen und Mit­glied des Club of Rome. In ihrem Buch hält sie das Brut­to­in­lands­pro­dukt für die fal­sche poli­ti­sche Ori­en­tie­rungs­grö­ße, weil nach die­ser Logik immer mehr auch mehr Nut­zen und ein qua­li­ta­tiv bes­se­res Leben bedeu­tet – und die Wirt­schafts­po­li­tik eben auf die­ses stän­di­ge Wachs­tum aus­ge­rich­tet wird. Ich fin­de das Buch abso­lut lesens­wert; gera­de auch, weil es sich som­mer­lich leicht und ver­ständ­lich lesen lässt — für Lai­en geeig­net. (Oli­ver Roes­ner, Kommunikation)

Nino Hara­ti­sch­wi­li: Das man­geln­de Licht”

In Das man­geln­de Licht” beglei­tet Nino Hara­ti­sch­wi­li vier Freun­din­nen beim Auf­wach­sen in der geor­gi­schen Haupt­stadt Tif­lis in den 1980er- und 1990er-Jah­ren. Einer Zeit also, in der im Zuge der Auf­lö­sung der Sowjet­uni­on alles zusam­men­bricht und Kri­mi­na­li­tät, Krieg und Hoff­nungs­lo­sig­keit vor­herr­schen. Hara­ti­sch­wi­li erzählt auf sehr bewe­gen­de Wei­se, wie die Haupt­fi­gu­ren damit kämp­fen, nicht sich selbst und ihre Freund­schaft zu ver­lie­ren. Ein über 800 Sei­ten dicker Wäl­zer, der bis zur letz­ten Sei­te kurz­wei­lig bleibt. (Sil­via Weber, Kommunikation)

Phil­ip K. Dick: Träu­men Andro­iden von elek­tri­schen Schafen?”

Die rich­ti­ge Pfle­ge von elek­tro­ni­schen Haus­tie­ren ist bei dem unauf­halt­sa­men Arten­ster­ben ein immer wich­ti­ger wer­den­des The­ma. Die­ses Buch gibt einen Ein­blick und hat auch als Inspi­ra­ti­on für den Film Bla­de Run­ner” gedient. Ein Meis­ter­werk des Sci­ence Fic­tion! (Georg Höh­ne, SKala-CAMPUS)

Chris­ti­na Dal­cher: Vox”

Das Buch ist von 2019 und somit nicht top­ak­tu­ell, der Inhalt auf­grund der poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen, die über Frau­en hin­weg getrof­fen wer­den (jüngst heart­beat-gesetz usa) dafür umso mehr. In Vox” erzählt Chris­ti­na Dal­cher von einer Welt, in der Frau­en nur noch 100 Wor­te am Tag spre­chen dür­fen. Und das im Jahr 2021 in den USA! Ein Dys­to­pie, die zeigt, wie fra­gil Demo­kra­tien sind und wel­che Wir­kung Spra­che besitzt. (Julia Feis­tel, SKala-CAMPUS)

Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse”

Ich ste­he total auf Span­nen­des — auf Geschich­ten, die so sehr fes­seln, dass man das Buch gar nicht mehr aus den Hän­den legen will. Genau so ein Buch ist Der Gesang der Fluss­kreb­se”. Eine total bewe­gen­de Geschich­te von einem klei­nen Mäd­chen, dass in sei­ner Kind­heit ver­nach­läs­sigt wird und einen span­nen­den Twist am Ende hat. Ich habe das Buch schon vie­le Male ver­schenkt. Alle lie­ben es! Ein Buch für den Strand oder für ech­te Lese­jun­kies“, die es dann in kür­zes­ter Zeit durch­le­sen. (Pia Dan­ker, Finan­zen & Controlling)

Kurt Tuchol­sky: Schloss Gripsholm”

Die­ses Buch von Kurt Tuchol­sky kann man beson­ders gut lesen, wenn drau­ßen gera­de nicht so tol­les Wet­ter ist und man sich nach Son­ne und Feri­en sehnt. Es ist eine Som­mer­ge­schich­te über die Leich­tig­keit des Seins, die Lie­be, den Som­mer, ména­ge à trois. Aber auch über deut­sche Spie­ßig­keit, ein trau­ri­ges Mäd­chen, eine böse Inter­nats­di­rek­to­rin und eine Befrei­ung. Ich habe mit die­sem Buch den fein­sin­ni­gen Humor und den fan­tas­ti­schen Schreib­stil von Tuchol­sky ken­nen und lie­ben gelernt. Man glaubt kaum, dass die­ses Buch vor fast 100 Jah­ren in ziem­lich düs­te­ren Zei­ten geschrie­ben wur­de – dies gilt für den Autor wie für das Zeit­ge­sche­hen. P.S. Sehr amü­sant ist auch das Vor­spiel: der Brief­wech­sel zwi­schen Ver­le­ger Rowohlt und dem Autor zum Ent­ste­hen des Buches — I love it! (Elke Wolf, Visu­al Designerin)

Jared Dia­mond: Arm und Reich – Die Schick­sa­le mensch­li­cher Gesellschaften“

Wie kam es dazu, dass Reich­tum und Macht so ver­teilt sind, wie wir es in der Gegen­wart erle­ben, und nicht anders? War­um führ­te die Geschich­te nicht dazu, dass bei­spiels­wei­se India­ner, Afri­ka­ner und aus­tra­li­sche Abori­gi­nes Euro­pä­er und Asia­ten dezi­mier­ten, unter­war­fen oder aus­rot­te­ten?“ Der US-ame­ri­ka­ni­sche Evo­lu­ti­ons­bio­lo­ge, Phy­sio­lo­ge und Bio­geo­graf Jared Dia­mond weiß die Ant­wort dar­auf. Sei­ne Mensch­heits­ge­schich­te ist geist­reich, viel­schich­tig und all­ge­mein­ver­ständ­lich, wider­legt tum­be ras­sis­ti­sche Erklä­rungs­mus­ter und wur­de völ­lig zu Recht mit dem Pulit­zer-Preis aus­ge­zeich­net. (Tho­mas Luth­mann, Kommunikation)